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Lohnt sich ein Tesla

Bildquelle: Tesla

Lohnt sich ein Tesla? – jetzt kaufen oder warten?

Sollte man besser jetzt einen Tesla kaufen oder noch warten, und lohnt sich ein Tesla überhaupt?

Vielleicht kommen doch bald ein größerer Akku oder andere neue Ausstattungsmerkmale?

Gibt es vielleicht sogar eine Preisreduktion oder ändert sich das Design?

Man kann sich nie sicher sein, welche Änderungen Tesla in Zukunft macht.

In diesem Beitrag geht es um Entscheidungsgrundlagen, die für oder gegen den Kauf eines Tesla zum jetzigen Zeitpunkt sprechen. Den aktuellen Stand der Dinge. Das, was bald kommt und das, was in Zukunft vielleicht kommen wird.

Die aktuelle Situation

Trotz der durch die Inflation und gestiegenen Rohstoffpreise steigenden Preise, ist die Nachfrage nach dem Model 3 und Model Y ist in allen Märkten nach wie vor sehr hoch. Die Fahrzeuge gehen buchstäblich weg wie frische Brötchen. Die Lieferfristen verlängern sich aufgrund der weltweiten Engpässe bei den Lieferketten langsam immer weiter in die Zukunft.

Beim Model 3 kann man sagen, dass Tesla die Produktion im Griff hat. Die Modelle aus chinesischer Produktion sind sogar noch besser verarbeitet als die Fahrzeuge aus den USA. In Europa werden seit Juli 2021 nur noch Model 3 aus chinesischer Produktion verkauft.

Mit dem Refresh Ende 2020 wurden zusätzlich auch noch gewissen Fahrzeugelemente modernisiert und die Reichweite weiter verbessert.

Model Y wurde wegen der Verzögerungen beim Bau der Gigafactory Berlin zwischenzeitlich auch aus chinesischer Produktion nach Europa geliefert. Bisher aber nur die teureren Long Range und Performance Varianten. Und auch diese Fahrzeuge scheinen ausgezeichnet verarbeitet zu sein.

Seit März 2022 wird die Produktion des Model Y Performance im brandenburgischen Grünheide nun ebenfalls langsam hochgefahren. Der erste Eindruck dieser Fahrzeuge hat aber nicht so richtig überzeugt. Irgendwie logisch, denn welcher Hersteller kann denn beim Hochfahren einer Produktion sofort perfekte Qualität liefern? Dies dürfte sich aber im Laufe der nächsten Monate verbessern.


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Model S und X werden seit Ende 2020 nicht mehr in Europa verkauft. Durch den lange erwarteten Refresh erhielten endlich auch diese Fahrzeuge eine Überarbeitung. Nur leider haben europäische Kunden nach wie vor wenig davon.

Bis heute wurde kein einziges MS oder MX Refresh in Europa ausgeliefert.

FSD Fortschritt

Wer die FSD Option gekauft hat und ein Fahrzeug mit dem „FSD Computer“ für autonomes Fahren besitzt, hat bezüglich Updates seit rund 2 Jahren in Europa nicht wirklich viele Neuerungen erhalten.

Ein Grund dürften die Einschränkungen der UN/ECE sein. Das Fahrverhalten des Autopiloten hat sich für Europa seit etwa Ende 2019 kaum verbessert.

Batteriezellen vom Typ 4680

Die neuen 4680-Zellen verwendet Tesla, um eine höhere Energiedichte, geringere Kosten und eine einfachere Produktion zu erreichen. Durch die spezielle Konstruktion bilden diese neuen Zellen zusammen mit Boden und Deckel außerdem einen tragenden Teil der Fahrzeugstruktur.

Tesla 4680 Batteriezelle

Tesla 4680 Batteriezelle -Bildquelle: Tesla

Tesla hat an der Kato-Road in Fremont eine Produktionsanlage aufgebaut, deren Output laufend erhöht wird.

In der Gigafactory Texas werden Model Y für den amerikanischen Markt seit März 2022 mit 4680-Zellen produziert. Das Model Y aus der Gigafactory Berlin kommt aber momentan noch mit den älteren 2170-Zellen gefertigt.

MCU3 Infotainment-Computer

Der seit März 2018 verbaute MCU2 Infotainment-Computer scheint aktuell eigentlich noch über ausreichend Leistung zu verfügen. Aber das Model S und X 2021 Refresh wurde mit drei Bildschirmen und einer integrierten Spielekonsole auf einem Leistungsniveau der Playstation 5 präsentiert. Es war klar, dass dafür auch ein neuer und besserer Infotainment-Computer kommen musste.

Diese MCU3, auch MCU-Z genannt, ist seit Mitte 2021 in den Refresh Model S und X in USA im Einsatz. Seit Dezember 2021 auch in Model 3 und Y. Der AMD Ryzen Prozessor der MCU3 ist vergleichbar mit der Grafikleistung einer Playstation 5. Ein Retrofit zum Nachrüsten bei älteren Fahrzeugen scheint eher unwahrscheinlich.

Was kommt im Jahr 2022 noch an Neuigkeiten?

Model S und X Refresh Modelle

Die Auslieferungstermine für MS und MX Besteller verschieben sich immer weiter nach hinten und liegen für Erstbesteller bereits bei Ende 2022. Aktuell können nur noch Vorbestellungen ohne ein konkretes Lieferdatum gemacht werden.

Neue Model Y Variante

In einer günstigeren Variante mit weniger Reichweite könnte das Model Y dieses Jahr noch nach Europa kommen.

 
 

FSD Beta in Europa

Tesla arbeitet mit Hochdruck daran, die FSD Beta weiter zu verbessern. In den USA sind mittlerweile mehr als 100’000 Tester mit der FSD Beta unterwegs.

Wann die FSD Beta nach Europa kommt, ist nach wie vor nicht definitiv bekannt. Laut Elon Musk könnte es im Sommer 2022 soweit sein. Sobald es kommt, dürfte mit einer Preiserhöhung beim FSD Paket zu rechnen sein.

Batteriezellen vom Typ 4680 auch in Europa

Auch in Grünheide wird das Model Y mit den 4680-Zellen kommen. Geplant ist eine Umstellung der Produktion im Oktober 2022.

Wer also unbedingt auf die neuen Zellen warten möchte, sollte seine Bestellung noch hinausschieben, bis die ersten Modelle mit diesen Zellen definitiv ausgeliefert wurden.

Tesla structural Battery pack struckturelles Batterie Packet

Struckturelles Batterie Packet mit 4680-Zellen – Bildquelle: Teslamag.de

Was kommt mittelfristig?

FSD Autopilot-Computer Nachfolger (AP4?)

Mit dem „FSD Computer“ (auch AP3 oder „Computer für autonomes Fahren“ genannt) produziert Tesla seit Frühjahr 2019 bereits einen 21x leistungsfähigeren Computer als das Vorgängermodell AP2.5. Trotzdem wurde am Tesla Autonomy Day im April 2019 bereits angekündigt, dass an einem Nachfolger für den FSD Computer gearbeitet wird. Er soll dreimal leistungsfähiger sein, als sein Vorgänger

Laut diesem Bericht von Teslamag wird der zukünftige Chip für den neuen “FSD2 Computer” von Samsung produziert und ab dem zweiten Quartal 2022 in Elektroautos von Tesla zum Einsatz kommen. Da es in letzter Zeit eher ruhig um dieses Thema geworden ist, könnte das bedeuten, dass es hier zu Verzögerungen kommt, oder man nur den Osborne-Effekt vermeiden möchte.

Ein Start mit FSD2-Hardware im zweiten Quartal 2022 dürfte aber auch bedeuten, dass der Cybertruck nicht, wie bisher angekündigt, das erste Tesla-Fahrzeug damit sein wird. Denn mit dem ist nicht vor 2023 zu rechnen.

Mit der 7-Nanometer Bauklasse dürfte der neue Chip den Stromverbrauch des Computers nochmals senken.

 

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Neue Fahrzeugmodelle

Was die Modellpalette angeht, hat Tesla bereits viele Fahrzeuge angekündigt. Aber der next generation Roadster und der Semi sind kurzfristig gesehen noch immer Zukunftsmusik. Vom Semi wurde offenbar nur eine Kleinserie gebaut, weil die Batteriezellen fehlen und für Model 3 und Y gebraucht werden.

Der Cybertruck Produktionsstart wurde ursprünglich „mit Glück“ für das vierte Quartal 2021 angekündigt. Was leider nicht geklappt hat. Mittlerweile ist die Serienproduktion für 2023 in der Gigafactory Texas geplant.

Der Roadster wurde ursprünglich für 2020 angekündigt, wurde aber auch mehrmals bis auf 2023 verschoben. Verständlich, da die Profitabilität von Tesla doch primär an Model 3 und Model Y hängt.

Außerdem dürften die technischen Spezifikationen des Roadsters sehr hoch gegriffen sein. Der angekündigte 200 kWh Akku und der Verkaufspreis ab 200’000 USD wird für eine entsprechende Marge auch einen tiefen Batteriezellenpreis erfordern.

Je länger Tesla also mit der Markteinführung des Roadsters wartet, desto profitabler kann er verkauft werden. Der Roadster ist schlichtweg auch nur ein Nischenprodukt und vermutlich deshalb bei Tesla nicht erste Priorität. Vor einigen Jahren wurde der Roadster auch als Prämie für das damalige Referral-Programm genutzt, mit dem bestehende Kunden neue Kunden werben konnten.

Deshalb muss Tesla irgendwann achtzig Roadster als Prämien den betreffenden Kunden kostenlos übergeben. Wohl ein Grund mehr, etwas länger damit zu warten. Ein Verkaufsstart für den Roadster scheint ab 2023 wahrscheinlich.

Die Kompaktklasse / Kleinwagen ist bei Tesla seit einiger Zeit ein Wunsch vieler Kunden. Bereits 2020 kündigte Elon Musk Abhilfe durch ein Fahrzeugmodell unterhalb der Klasse des Tesla Model 3 an. Dieses Fahrzeug soll 25’000 USD kosten und trotzdem mit einer Reichweite von mindestens 250-300 Meilen (400-480 Km)  ausgestattet sein.

Mit all den anderen geplanten und weiter fortgeschrittenen Projekten wie Cybertruck, Semi und dem Hochfahren der Model Y Produktion dürfte es sehr unwahrscheinlich sein, dass dieser Tesla für 25’000 USD vor 2024 auf den Markt kommen wird.

Hingegen wurde während der Konferenz zu den Q1/22 Quartalszahlen die Präsentation eines Tesla Robo-Taxis für das Jahr 2023 angekündigt. Es soll dem Tesla Network genannten Fahrdienst dienen, der autonom fahrende Robo-Taxis ermöglichen soll. Vorausgesetzt, die FSD Software ist bis dann fertiggestellt und erhält eine Zulassung.

 

Boring Company Van

Entwurf eines autonomen Vans – Bildquelle: Boring Company

Jetzt einen Tesla kaufen oder warten?

Die spannende Frage ist: „Soll man jetzt schon einen Tesla kaufen, oder doch lieber warten?“. Natürlich  habe ich keine Glaskugel, um in die Zukunft zu blicken. Ich erlaube mir aber ein paar Vermutungen anzustellen und vielleicht hilft dies dem einen oder anderen ja bei der Entscheidungsfindung.

Die hohe Nachfrage, die gestiegenen Rohstoffpreise und der Engpass in den Lieferketten lässt vorerst leider nicht auf tiefere Preise hoffen.

Model 3

Mit dem Model 3 Refresh Ende 2020 und weiteren Verbesserungen Ende 2021 ist meiner Meinung nach ein guter Zeitpunkt für einen Kauf gekommen. Alle Veränderungen in der Produktion wurden auch für die europäischen Modelle eingeführt. Die MCU3 ist Standard und die Doppelverglasung der Scheiben betrifft jetzt auch die hinteren Fenster. Tesla Model 3 Refresh Facelift 2021 18

Model 3 SR+/LR mit überarbeiteten 18″ Aero-Rädern – Bildquelle: TeslaWann genau die 4680-Batteriezellen in die Massenproduktion des Model 3 einfließen, ist noch nicht bekannt. Aktuell werden 4680-Zellen nur für das Model Y verwendet, da deren Einsatz das strukturelle Heckteil der Gigapresse erfordert. Wann solche Teile auch für das Model 3 kommen, ist noch nicht bekannt.

Model Y

Das Model Y wird in Europa zurzeit nur mit den älteren 2170-Zellen verkauft. Durch das „structural battery pack“ werden ab etwa Oktober aber die neueren 4680-Zellen verwendet.

Exakte Daten bezüglich Reichweite und Schnellladefähigkeit sind aber noch nicht bekannt. Das wäre definitiv ein Grund zum Warten.

Tesla Model Y blau

Tesla Model Y – Bildquelle: Tesla

 

Model S und Model X

Mit dem Model S und Model X Refresh ist ein guter Zeitpunkt für einen Kauf gekommen. Kann man doch davon ausgehen, dass jetzt für einige Zeit keine größeren Aktualisierungen kommen werden. Es ist aber nicht absehbar, wie lange die Lieferfristen für jemanden sein werden, der aktuell noch nicht bestellt hat.

Tesla Model S Refresh 2021 Rot

2021 Refresh Model S – Bildquelle: Tesla

Mit dem Plaid Antrieb hat Tesla die Messlatte an Reichweite und Beschleunigung nochmals höher gelegt (aber auch teurer). Der Plaid+ war ursprünglich angekündigt, wurde aber wieder abgekündigt und wird nicht gebaut.

Für das Refresh Model S und X wurde bisher in USA weiterhin der alte 18650-Zelltyp aus den Vorgängern verwendet. Der 100 kWh Akku im 18650-Format ist bereits seit Jahren die höchste Kapazität im Model S und Model X. Auch beim Refresh setzt Tesla weiterhin auf diesen Zelltyp, hat aber offenbar Anpassungen am Kühlsystem gemacht.

Ob und wann die 4680-Zellen auch hier eingesetzt werden, ist nicht bekannt.

Tesla Model S Refresh 2021 Skateboard Anstriebsstrang

Der neue Antriebsstrang mit überarbeiteter Thermoarchitektur – Bildquelle: Tesla

Wer kurzfristig das Fahrzeug gegen ein MS oder MX tauschen möchte, für den kommt daher leider nur ein gebrauchtes Model S oder X mit der älteren Technologie infrage.

Mein Vorschlag: Tesla jetzt kaufen! Denn es gibt immer einen Grund zum Warten.

Durchschnittlich nimmt die Effizienz von Tesla Fahrzeugen pro Jahr um drei Prozent zu. So könnte man argumentieren, dass man besser mit dem Kaufen eines Tesla ein paar Jahre warten sollte.

Aber der technologische Fortschritt bleibt nie stehen, daher bringt das Warten eigentlich nichts. Mittlerweile gibt es sogar einen Tipp von Elon Musk, wann der richtige Zeitpunkt zum Kauf eines Tesla ist.

Ich denke dabei immer auch an die ersten Flachbildschirme, Smartphones und Plasma-TV zurück. Jedes Jahr kamen neue Modelle, die viel besser und trotzdem günstiger waren. Das ist in der Entwicklung von Technologie absolut normal und unvermeidbar. Warten auf etwas Besseres könnte man immer. Aber zu welchem Preis? Hätte ich vor bald fünf Jahren mein Model S nicht gekauft, wäre ich heute bei dieser „elektrischen Revolution“ nicht mit dabei und man würde meine Beiträge hier nicht lesen. 🙂

Tatsächlich kann man beim Teslakauf aber auch richtig Pech haben, indem man zum Beispiel kurz vorher gekauft hat, bevor die Preise reduziert wurden. Oder wenn Tesla kurz nach dem Kauf irgendwelche tollen technischen Verbesserungen an der Fahrzeug „Hardware“ bringt.

Da es bei Tesla keine Modelljahre gibt, fließen Verbesserungen kontinuierlich in die Produktion ein.

Auch größere Anpassungen gehen in der Regel unangekündigt sofort in Produktion. Wie etwa der Refresh beim Model 3 Ende 2020.

Lohnt sich ein Tesla also doch nicht, wenn doch alles so schnelllebig ist?

Es ist und bleibt ein Poker. Die Preise schwanken, neue Funktionen und mehr Reichweite oder schnelleres Laden kommen laufend auf den Markt. Die Preise pro kWh sanken über die Jahre immer weiter, je stärker die Elektroautos in der breiten Masse ankommen.

Im Moment sieht man aber einen Trend, der die Preise für Batterien möglicherweise wegen der hohen Nachfrage auch wieder ansteigen lassen könnte. Man weiß es nicht genau.

Und was wäre die Alternative?

Meiner Meinung nach bietet zurzeit nur Tesla das stimmige Gesamtpaket aus tollen, begeisternden Fahrzeugen mit guter Alltagsreichweite und einem eigenen unkomplizierten und gut ausgebauten Supercharger Netzwerk.

Ich hoffe, meine Gedanken waren für eine Kaufentscheidung hilfreich.

Du bist Tesla Einsteiger? Eine kurze Übersicht der Tesla Fahrzeuge findest Du hier.

 

 

 

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