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Tesla Verbrauch im Winter

Bildquelle: Tesla

Warum hat mein Tesla im Winter einen höheren Verbrauch?

Wer sich im Sommer einen Tesla kauft, wird mit dem ersten Winter über den plötzlich höheren Verbrauch erstaunt sein. Hat man sich doch je nach Fahrzeugmodell und Fahrstil an einen tollen Verbrauch zwischen 13 und 18 kWh für 100 km gewöhnt. Wenn es langsam kälter wird, beginnt der Verbrauch aber schnell zu steigen. Im Winter bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sind das dann problemlos 30 % mehr als in den Sommermonaten. Aber woher kommt dieser große Unterschied und warum ist er im Vergleich zu Autos mit Verbrennungsmotor so gut sichtbar?

Höherer Tesla Verbrauch = weniger Reichweite

Dieser Mehrverbrauch bei kalten Temperaturen sorgt natürlich auch für weniger Reichweite und die Ursache dafür ist die Summe aus verschiedenen Faktoren:

  • Die Heizung kostet richtig Strom. Vor allem ältere Elektroautos heizen die warme Luft des Gebläses mit Strom aus dem Akku. Dieser Vorgang ist im Vergleich zur Klimaanlage im Sommer relativ energiehungrig. Während die Kühlung der Klimaanlage im Sommer nur ungefähr 1-2 kW zusätzlichen Verbrauch ausmacht, fällt die Heizung bei einem kalten Fahrzeug mit bis zu 6-7 kW viel stärker ins Gewicht. Sobald das Fahrzeug vollständig aufgewärmt wurde, bleibt aber immerhin auch der Mehrverbrauch durch die Heizung bei etwa 2-3 kW konstant. Neuere Model 3 (ab 2021 Refresh) und das Model Y heizen mit einer Wärmepumpe und sind dadurch massiv energieeffizienter. Model S und X gab es bis Ende 2020 leider nur ohne Wärmepumpe.
  • Winterreifen mit ihrem griffigeren Profil und Schneematsch treiben durch den höheren Rollwiderstand den Verbrauch des Tesla ebenfalls in die Höhe.
  • Der Innenwiderstand des Akkus steigt mit zunehmender Kälte. Bei großer Kälte steht dadurch eine kleine Menge, der in der Batterie gespeicherten Energie nicht zur Verfügung. Im Auto und auf der Mobiltelefonapp wird das durch ein Schneeflockensymbol und als blauer Balken in der Batterieanzeige dargestellt. Sobald sich die Batterie erwärmt hat, verschwindet diese Anzeige und die Energie steht wieder zur Verfügung. Dies ist also nur ein vorübergehender Effekt und fällt auf Langstrecke nicht ins Gewicht.
  • Kalte Luft hat einen höheren Luftwiderstand und erhöht den Verbrauch zusätzlich.
  • Generell führen im Winter mehr Verbraucher im Auto zu einem höheren Energiebedarf. Komponenten wie Sitzheizung, Lenkradheizung, Lüftung, etc. funktionieren natürlich alle auch mit Strom und belasten den Verbrauch zusätzlich.
 

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Warum merkt man das bei einem Benziner/Diesel nicht?

Die Physik verhält sich bei einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor genau gleich. Der Verbrenner hat lediglich den Vorteil, dass die Heizung größtenteils durch die Abwärme des Motors gespeist wird. Diese Wärme entsteht im Sommer genauso wie im Winter und verursacht dadurch zu einem großen Teil die hohe Ineffizienz eines Verbrennungsmotors. Die Energie, die während der meisten Zeit des Jahres sinnlos verpufft, kann immerhin im Winter zu einem kleinen Teil zum Heizen des Innenraums genutzt werden. Wäre ein Verbrennungsmotor aber nicht so ineffizient, würde man den Mehrverbrauch im Winter genauso stark bemerken wie beim Elektroauto.

Was Rollwiderstand und Luftwiderstand angeht, ist ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor im Winter genau gleich von einem Mehrverbrauch betroffen wie ein Elektroauto. Wegen der Ineffizienz des Motors fällt das beim Tanken aber nicht groß auf. Ein großes SUV-Fahrzeug mit 7-10 Litern Verbrauch auf 100 km verschwendet bereits so viel Energie, dass der Mehrverbrauch im Winter nicht mehr groß ins Gewicht auffällt. Zum Vergleich: ein Tesla Model S mit 2.3 Tonnen verbraucht das Energie-Äquivalent von etwa 2.1 Litern Treibstoff auf 100 km. (Details zum Verbrauch und dem Energie-Äquivalent auf der Tesla Webseite).

Wer sich überlegt einen Tesla zu kaufen und trotzdem unsicher ist, was die Reichweite im Winter angeht, kann mit dem Tool Abetterroutplanner ganz einfach ein paar Beispielstrecken für sein Wunschfahrzeug berechnen. Unter “show more Settings” lassen sich Außentemperatur, Radgröße (ja, die hat genauso einen Einfluss auf den Verbrauch) und die Witterungsbedingungen in der Routenberechnung einplanen.

Muss ich mir Sorgen machen, dass mir im Stau der Strom ausgeht?

Das folgende Foto wird jeden Winter erneut von ahnungslosen Mitmenschen über WhatsApp und auf Facebook geteilt:

Elektroauto im Winter Stau

Geht Elektroautos im Stau wirklich der Strom aus? Was ist da dran an dieser Behauptung?

Das Bild ist irreführend und dient nur als Propaganda gegen Elektromobilität. Wer so etwas verbreitet, hat vermutlich keinerlei Erfahrung mit Elektromobilität und ist noch nie Elektroauto gefahren. Ich zeige hier ein Beispiel, wie sich das in Realität verhält. Ein Tesla Model 3 Fahrer hat in diesem Facebookpost sehr schön zusammengefasst, welche Erfahrungen er im Winter bei einer Vollsperrung im Stau gemacht hat.

Tesla Winter Stau. So sieht die Realität aus.

Tesla im Winter Stau. So sieht die Realität aus.

Vermutlich würde man im Tesla eher verdursten als erfrieren… 🙂

Wer sich für detailliertere Messwerte und technische Details zu diesem Thema interessiert, findet in diesem Beitrag auf dem Blog von Impala64 mehr Informationen zu den realen Fakten.

 

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Tipps um die Reichweite zu verbessern

Wie bereits erwähnt, macht die Heizung den großen Unterschied für den Mehrverbrauch im Winter aus. Mit den folgenden Tipps lässt sich die Reichweite aber trotzdem etwas verbessern:

  • Den Akku und den Innenraum bereits vor der Abfahrt vorwärmen, solange das Auto noch am Strom hängt. Dies bringt mit Abstand am meisten Reichweite im Winter, denn das Aufheizen des Akkus und des Fahrgastraums zu Beginn der Fahrt ist für den größten Verlust an Reichweite verantwortlich. Wird diese Energie direkt vom Stromnetz und nicht aus dem Akku entnommen, sorgt dies für mehr Kilometer. Die Funktion “geplante Abfahrtszeit” erleichtert das Vorheizen zusätzlich.
  • Die Sitzheizung verwenden und dafür den Fahrgastraum etwas weniger stark heizen. Die Sitzheizung ist viel effizienter als die Gebläseheizung. Dies spart Energie, was sich vor allem auf Kurzstrecken sehr stark bemerkbar macht.
  • Öftere Fahrtunterbrechungen mit Auskühlen und anschließendem Aufheizen des Akkus kosten Kilometer. Beim älteren Model S und Model X kann durch Aktivieren des “Reichweiten Modus” verhindert werden, dass auf Kurzstrecke der Akku mitgeheizt wird. Leider gibt es diese Option bei neueren Fahrzeugen nicht mehr.
  • Den Reifendruck leicht erhöhen. Dies verbessert den Rollwiderstand und senkt auch den Verbrauch eines Tesla.

Fazit zum Tesla Verbrauch im Winter

Sowohl Model S und X als auch das Model 3 und Y haben ihren Temperatur-Breakevenpunkt bei 10 Grad Außentemperatur. Darunter ist Winterbetrieb und der Verbrauch steigt mit jedem Grad. Oberhalb von 10 Grad fällt er deutlich geringer aus. Kurzstrecken bei niedrigen Temperaturen sind allerdings für eine Verbrauchsmessung wenig repräsentativ. Wer sehr viel Kurzstrecke fährt und dazwischen immer wieder 30 Minuten seinen Tesla parkt, hat die schlechtesten Voraussetzungen für den Verbrauch im Winter. Den Wagen beim Fahren aufheizen und während den Standzeiten wieder auskühlen zu lassen, verheizt sinnlos Energie.

Weitere Tipps zum Batterie vorheizen und der Reichweite im Winter.

Hier auch noch die Winter-Tipps auf der Tesla Webseite.

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