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Tesla Dashcam

Tesla Dashcam – Diese Möglichkeiten gibt es

Eine Dashcam im Auto zu montieren ist auch in Europa immer weiter verbreitet. Gibt es doch Situationen, in denen sie sehr hilfreich sein kann. Zum Beispiel um bei einem Unfall die Schuldfrage ohne Zweifel zu beweisen. Bei einem Parkschaden mit Fahrerflucht kann der eigenen Versicherung das Kennzeichen des Verursachers mitgeteilt werden. Wer ein neueres Tesla Fahrzeug fährt, hat sogar den Komfort, dass die Dashcam Funktion standardmäßig zum Fahrzeug gehört. Aber auch Besitzer älterer Fahrzeuge habe die Möglichkeit eine Dashcam nachzurüsten. Dieser Artikel erklärt die möglichen Varianten.

Dashcams und die Privatsphäre

Die rechtliche Sicht für Dashcams ist zwar in manchen Ländern noch schwammig definiert, aber durch das automatische Überschreiben der Videos ist man eigentlich überall auf der rechtlich sicheren Seite. Die meisten Geräte speichern die Videos nur für eine Stunde, solange man die Aufzeichnung nicht manuell unterbricht. An Dashcam Videos eines Schadenfalls sind jedenfalls auch Behörden und Versicherungen in Europa immer häufiger interessiert, um die Schuldfrage zu klären. Anders in den USA: dort werden Videos oft sogar veröffentlicht, um den Täter zu finden. In Europa ist das zum Schutz der Privatsphäre allerdings nicht erlaubt.

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Integrierte Dashcam für Tesla Fahrzeuge mit MCU2

Alle Tesla Modelle mit einem Produktionsdatum März 2018 oder neuer haben den Infotainment Computer MCU2 verbaut. Mit der MCU2 ist es möglich die Autopilot-Kameras des Teslas als Dashcam zu nutzen. Dazu muss ein USB-Stick an einem der vorderen USB-Ports angeschlossen werden. Da dieser Stick auch häufig starken Temperaturschwankungen ausgesetzt ist, empfiehlt es sich stattdessen eine spezielle MicroSD Card mit einem USB Adapter zu verwenden. Sobald ein USB Gerät angeschlossen und richtig formatiert wurde, kann es zur Speicherung von Dashcam Videos verwendet werden. Mit dem Wächtermodus werden auch Aufzeichnung beim geparkten Fahrzeug gemacht. Sobald sich in der näheren Umgebung etwas bewegt, zeichnet  die Dashcam auf.

Mit dieser Tesla integrierten Dashcam werden die Aufnahmen der Frontkamera, der beiden seitlich nach hinten gerichteten Kameras und der Rückfahrkamera gespeichert. Seit Software-Update 2020.12.5 können die Videos auch direkt am Bildschirm des Tesla betrachtet werden. Das Betrachten auf dem Handy über WLAN oder eine Mobilfunkverbindung ist allerdings nicht möglich. Neben einem USB Speichergerät fallen keine zusätzlichen Kosten an. Eine sehr nützliche Installation, die schon so manchen Vandalismus Täter zur Strecke gebracht hat. Dieses Video zeigt eine Wächtermodus Aufnahme einer Seitenkamera:


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Ältere Model S und Model X erhalten durch einen MCU2 Upgrade (ca. 3000 EUR, in Europa noch nicht erhältlich) ebenfalls diese Dashcam Fähigkeit. Vorausgesetzt das Fahrzeug verfügt auch über den Autopilot 2.5 Computer oder den “FSD Computer” (AP3), beziehungsweise wurde durch den Kauf von FSD bereits auf AP3 aufgerüstet.

Positiv

  • Geringe Kosten. Wenn das Fahrzeug bereits über die richtige “Hardware” verfügt, ist nur noch der Kauf eines USB Speichergerätes notwendig. Meine USB-Stick-Empfehlung ist eine MicroSD Karte mit einer verbesserten Haltbarkeit speziell für den Dashcam-Betrieb.
  • Vier Kameras. Die Seitenkameras sind extrem hilfreich bei Parkschäden. Der Wächtermodus speichert Videos dieser vier Kameras ab, sobald er eine Bewegung in Fahrzeugnähe registriert.

Negativ

  • Für ältere Model S und Model X mit MCU1 nicht verfügbar. (Nur mit kostenpflichtigem MCU2 Upgrade und “FSD Computer” Upgrade.)
  • Keine Speicherung der Videos in der Cloud möglich und kein Betrachten der Videos über Mobiltelefon App.
  • Akku des Autos wird deutlich schneller leer, wenn der Wächtermodus verwendet wird.
  • Auflösung nur HD Ready (1280×720 Pixel), allerdings ist das für die meisten Anwendungen ausreichend.

Nachrüstbare Einbau Dashcam für ältere Tesla Model S und Model X

Für ältere Model S und Model X mit MCU1 gibt es auch noch eine weitere Möglichkeit das Fahrzeug mit einer Dashcam auszurüsten. Die Firma IRO produziert individuell angepasste Dashcams, die unter dem Rückspiegel aufgesteckt werden:

Tesla Dashcam IRO

Bildquelle: IRO

Positiv

  • Moderater Preis
  • Videos über Mobiltelefon App und eine WLAN-Verbindung abrufbar.
  • Einfache Installation, da Strom via Y-Kabel direkt vom Stromstecker im Rückspiegel abgezweigt wird. Keine externen Kabel.

Negativ

  • Auflösung nur Full HD (1920x1080 Pixel) ist aber für die meisten Anwendungen völlig ausreichend.
  • Versand aus China (Achtung: Zollgebühren!)
  • Herstellersupport und Dokumentation nur in Englisch.
  • Nur Frontkamera möglich.
  • Akku des Autos wird deutlich schneller leer, wenn die Kamera 7x24h verwendet wird.
  • Beim Eingriff in das 12V Stromversorgungssystem kann Tesla je nach Fall mit dem Verlust der Fahrzeuggarantie argumentieren. Generell sollte man bei Umbauten sehr vorsichtig sein, wenn das Fahrzeug noch unter Garantie ist und dies allfällig vorab mit Tesla prüfen.

Durch die höhere Auflösung sind die Videos klarer als bei der Tesla integrierten Dashcam. Allerdings fallen auch höhere Kosten an. Die Dashcam Modelle von IRO sind abhängig von der Autopilot-Version:

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Externe nachrüstbare Dashcams

Externe Dashcams sind bezüglich Bildqualität die Deluxe Variante, da hier auch 4K Produkte auf dem Markt sind. Allerdings muss man sich fragen für was 4K bei einer Dashcam wirklich notwendig ist. Über einen mobilen WLAN- Hotspot können manche externe Dashcam Modelle sogar ihre Videos direkt auf einen Cloud-Server im Internet hochladen. Bei einem Diebstahl des Fahrzeuges oder der Dashcam sind die Videos dadurch nicht verloren.

Bekannte und hochqualitative Produkte kommen zum Beispiel vom Hersteller Blackvue. Leider sind sie auch sehr teuer. Eine günstigere Alternative mit ausgezeichneter Preis/Leistung ist die Vantrue N2 Pro:

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Positiv

  • 4K Bildqualität möglich (wenn man es braucht).
  • Es gibt im Vergleich zu IRO auch externe Dashcams mit Front- und Rückkamera.
  • Über WLAN auch Speicherung der Videos im Internet möglich.

Negativ

  • Aufzeichnung bei geparktem Fahrzeug abhängig von der Stromquelle (Dauerstrom notwendig!).
  • Nur Front- und Rückkamera möglich. Keine Seitenansicht.
  • Einbau kompliziert und aufwändig. Externe Kabel notwendig (die optionale Rückkamera ist mit einem Kabel mit der Frontkamera verbunden).
  • Beim Eingriff in das 12V Stromversorgungssystem kann Tesla je nach Fall mit dem Verlust der Fahrzeuggarantie argumentieren. Generell sollte man bei Umbauten sehr vorsichtig sein, wenn das Fahrzeug noch unter Garantie ist und dies allfällig vorab mit Tesla prüfen.
  • Akku des Autos wird deutlich schneller leer, wenn die Kamera 7x24h verwendet wird.

 

Fazit

Das mit Abstand beste Dashcam System ist sicher die integrierte Lösung von Tesla. Nur damit lässt sich auch seitlich des Fahrzeuges filmen und die meisten Parkschäden dürften in diesem Bereich auftreten. In Fahrzeugen mit mindestens AP2 und MCU1 könnte man durch einen MCU2 Upgrade und einen FSD Computer Upgrade diese Dashcam auch nachrüsten. Die Kosten dafür schlagen aber richtig zu Buche. Je nachdem wann man FSD gekauft hat, kostet es zwischen 2000 und 7500 EUR/CHF. Der notwendige MCU2 Upgrade dürfte in Europa ebenfalls gegen 3000 EUR kosten.

Die IRO Dashcams sind eine günstige und unauffällige Alternative, die dazu noch ohne externe Kabel auskommt. Natürlich muss man dafür die entsprechenden Abstriche in Kauf nehmen und zum Beispiel auf Rück- und Seitenkameras verzichten.

Die Externe Dashcam bietet meiner Meinung nach zu wenig Mehrwert, um den Aufwand mit der Verkabelung zu rechtfertigen. Wer aber ein Fahrzeug mit AP1 unbedingt mit einer nach hinten gerichteten Dashcam ausrüsten möchte, kommt um diese Lösung nicht herum. Wer rechtliche Bedenken bezüglich Privatsphäre hat, kann sich zur Sicherheit einen entsprechenden Sticker für den Wächtermodus kaufen (in der Produktliste etwas nach unten scrollen).

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