Lange mussten Besitzer eines Tesla auf die Funktion der automatischen Verkehrszeichenerkennung und der Geschwindigkeitsanpassung warten.
Heute ist dieses Feature eigentlich bei den meisten Autos Standard, aber das war nicht immer so. Und ganz so perfekt funktioniert es bei Tesla eben doch leider noch nicht.
Dieser Artikel sammelt die Fakten zum Thema Schildererkennung für die Geschwindigkeitslimits, welche Einschränkungen es mit einem Tesla gibt und warum es Unterschiede zwischen alten und neuen Fahrzeugen gibt.
Welche Tesla Modelle haben Verkehrszeichenerkennung?
Die Verkehrszeichenerkennung funktioniert bei Tesla über die Autopilot-Kameras, die im Fahrzeug verbaut sind. Über die Jahre wurden die Fahrzeuge aber mit unterschiedlicher „Autopilot Hardware“ ausgestattet. Entsprechend funktioniert auch die Verkehrszeichenerkennung nicht bei allen Fahrzeugen gleich.
Es gibt folgende drei unterschiedliche Typen von „Hardware“ in den Tesla Fahrzeugen. Je nach Alter der Fahrzeuge ist eine unterschiedliches Hardware verbaut.
AP1 Autopilot Hardware – (2014 – 2016)
Bereits seit vielen Jahren können die älteren Model S und Model X Fahrzeuge mit Autopilot 1 Hardware (AP1) die Verkehrszeichenerkennung über die Frontkamera umsetzen.
Sie zeigen die korrekte Geschwindigkeit im Display an, bremsen aber nur auf Landstraßen ohne baulich getrennte Richtungsfahrbahnen automatisch ab.
Auf Autobahnen wird die von Schildern gelesene Geschwindigkeit im Display nur angezeigt und NICHT automatisch reduziert. (Quelle: TFF-Forum). Natürlich kann die angezeigte Geschwindigkeit manuell durch langes Ziehen am Autopilot-Hebel übernommen werden.
Seit den neueren Softwareversionen werden die Schilder von AP1-Fahrzeugen zwar noch per Kamera erkannt und im Display hinter dem Lenkrad angezeigt, aber wenn man diese angezeigte Geschwindigkeit übernehmen will, verwendet der Autopilot die im Kartenmaterial hinterlegte Geschwindigkeit (zumindest ist mir nicht bekannt, dass das wieder geändert wurde).
Wenn also zum Beispiel in Deutschland in einer Autobahnbaustelle die Geschwindigkeit 80 km/h erkannt und angezeigt wird, beschleunigt das Fahrzeug nach einem langen Zug am Autopilot-Hebel auf 150 km/h, weil in den Navigationskarten keine Geschwindigkeitsbegrenzung eingetragen ist. Ein Fehler, der eigentlich nicht vorkommen sollte. (Diskussion dazu im TFF-Forum)
Leider gibt es mit dem AP1 auch noch andere Probleme mit der Schildererkennung. Zum Beispiel werden auch Vmax-Aufkleber von LKW-Anhängern beim Überholen oft erkannt. Ein Problem, das bei vielen Herstellern noch nicht gelöst ist.
Autopilot 1 ist nur für ältere Model S und Model X verfügbar (Fahrzeuge mit Produktionsdatum bis Oktober 2016). Der Autopilot 1 wurde von der Firma MobilEye entwickelt und von Tesla ab Oktober 2014 in den Fahrzeugen verbaut. Im Sommer 2016 kam es zu einem Streit zwischen Tesla und MobilEye, woraufhin die Partnerschaft beendet wurde und Tesla begann, sein eigenes Autopilot-System zu entwickeln (basierend auf der Hardware des AP2 Computers).
AP2 und AP2.5 Autopilot Hardware – (2016 bis 2019)
Fahrzeuge mit AP2 und AP2.5 Computer beherrschen zurzeit keine Verkehrszeichenerkennung. Kunden, die aber ein Upgrade des Infotainment Computer auf MCU2 kaufen, erhalten automatisch auch den AP3 Autopilot Computer eingebaut. Danach funktioniert die Schildererkennung.
AP3/AI4 Hardware (FSD Computer) – (ab 2019)
Seit Softwareversion 2020.36.3 ist das kamerabasierte Erkennen von Geschwindigkeitsschildern mit dem FSD Computer möglich. Die Software-Option „FSD“ für autonomes Fahren ist für die Erkennung der Schilder nicht notwendig, es reicht die im Auto verbaute „FSD Computer“ Hardware.
Auch ältere Fahrzeuge, die von AP2 oder AP2.5 auf den FSD Computer aufgerüstet wurden, beherrschen danach die Erkennung von Geschwindigkeitsschildern mit dem AP3.
Für das Reagieren auf Stoppschilder, also das automatische Anhalten und Anfahren, ist zusätzlich zum „FSD Computer“ auch die Software Option „FSD – Volles Potenzial für autonomes Fahren“ notwendig.
Wer mit Autopilot fährt, muss aber bei einem automatisch erkannten Geschwindigkeitsschild, trotzdem manuell bestätigen, damit der Autopilot die Geschwindigkeit übernimmt.
Ich vermute, dass Tesla das entweder aus gesetzlichen Gründen so umgesetzt hat, oder man die Aufmerksamkeit des Fahrers nicht zu stark abschweifen lassen möchte, da das System doch noch nicht immer jedes Schild erkennt (zum Beispiel bei elektronischen Anzeigetafeln funktioniert es nicht immer).
Mein Fazit zur Tesla Verkehrszeichenerkennung
Leider funktioniert die Verkehrszeichenerkennung für Geschwindigkeitsschilder bei Tesla auch nach Jahren bisher nicht perfekt. Man kann sich einfach nicht 100 % darauf verlassen.
Oft werden Geschwindigkeiten auf digitalen Anzeigetafeln nicht erkannt.
Liegt es an den Prioritäten, dass Tesla lieber FSD zuerst zugelassen bekommen möchte?
Ich weiß es nicht. Es ist leider mühsam. Denn mit FSD supervised scheint das ja einwandfrei zu funktionieren, was man an den Demofahrten auch in Europa erkennen kann.
Ich verstehe nicht, warum uns Kunden in Europa keine gute Verkehrsschilderkennung angeboten wird. Tesla kann das.
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