Tesla Supercharger Ladezeit verkürzen
Bildquelle: futurezone.de

Tesla Supercharger Ladezeit verkürzen

Die Ladezeit am Tesla Supercharger ist abhängig von verschiedenen Faktoren. In erster Linie sind dies:

Faktoren des eigenen Fahrzeugs

  • Temperatur des Akkus. Nur in einem Temperaturbereich von zirka 30 °C können die Akkuzellen mit maximaler Leistung geladen werden ohne, dass die Degradation langfristig zu stark zunimmt. Beim Laden wird der Akku durch den Ladevorgang wärmer. Ist der Akku zu kalt oder zu heiß, wird er vom BMS entsprechend erwärmt oder gekühlt bevor die maximale Ladeleistung abgerufen wird. Das BMS hält die Ladeparameter immer in einem normalen Bereich um zu hohe Degradation zu vermeiden.
  • Ladestand des Akkus. Dieser wird auch SoC genannt. Je voller der Akku bereits geladen ist, desto weniger schnell können die Zellen weiter geladen werden. Deshalb reguliert das BMS die Ladeleistung auch abhängig vom Ladestand. Das bedeutet:  je leerer der Akku ist, desto schneller kann er geladen werden. Unter 10 % SoC ist bei Tesla allerdings auch nicht ideal. In diesem Bereich beginnen die Supercharger bei neueren Akku-Generationen nicht mit der Maximalleistung. Ideal ist es mit etwa 10-20 % beim Supercharger anzukommen.
  • Akku Gesamtkapazität. Ein 100 kWh Akku kann mit einer höheren maximalen Ladeleistung laden als zum Beispiel ein 75 kWh Akku. Pro Minute wird mehr Strom in den Akku geladen, also mehr Reichweite gespeichert. Der Grund sind die 25 % mehr Batteriezellen im Akku, auf die sich die Ladeleistung verteilt.

Faktoren vor Ort

Weitere Faktoren betreffen die Situation vor Ort. Dies hat größtenteils mit der Art und Weise zu tun wie die Supercharger Infrastruktur aufgebaut ist. Zwei Supercharger Ladesäulen teilen sich als Ladepaar immer einen Gleichrichter. Ein Gleichrichter kann total 120 kW Ladeleistung auf die beiden Supercharger Ladesäulen verteilen. Das Verteilen der Ladeleistung funktioniert nach folgenden Regeln:

  • Wenn ein Fahrzeug alleine an einem Ladepaar lädt, erhält es den maximal möglichen Ladestrom (abhängig von den oben erwähnten Fahrzeug Faktoren).
  • Wenn ein Fahrzeug als Zweiter im Paar zu laden beginnt, erhält es den „Rest“ der Ladeleistung, die vom ersten Fahrzeug übrig ist. Es sind aber immer mindestens 30 kW. Sobald der Akku des zuerst angekommenen Tesla langsam voll wird, reduziert sich dessen Ladeleistung. Das zweite Fahrzeug erhöht danach stetig seine Leistung, sofern es sein Akku zulässt.
  • Die Umgebungstemperatur hat ebenfalls einen Einfluss, da sie die Akku-Temperatur direkt beeinflusst. Im Winter ist der Akku oft erst nach 50-70 Kilometern Autobahnfahrt auf einer ausreichend hoher Temperatur für maximale Ladeströme. Kommt man mit kälterem Akku zum Supercharger, dauert es erst etwa 10 Minuten, bis der Akku ausreichend erwärmt wurde.

Auf der Homepage von Tesla ist das ebenfalls wie folgt beschrieben:

Wie kann ich den Ladestrom maximieren und die Ladezeit am Supercharger verkürzen? 
Jede Ladesäule weist eine Kennung aus einer Zahl und ggf. dem Buchstaben A oder B auf (also 1A, 1B, 2A, 2B usw.). Falls möglich sollten Sie eine Ladesäule mit einer reinen Nummernkennung wählen, die nicht mit einem anderen Fahrzeug verbunden ist. Ist keine solche Ladesäule verfügbar, bieten die Ladesäulen eine Technologie, die das Teilen des Ladestroms an ihren Ladeplätzen A und B ermöglicht. Um einen maximalen Ladestrom zu erhalten, sollten Sie sich möglichst eine Ladesäule mit einem Fahrzeug aussuchen, das schon fast voll geladen ist.

Fazit

Mit diesem Design schafft es Tesla zu gewährleisten, dass bei einem Ausfall einzelner Komponenten trotzdem noch ein Teil der Supercharger Ladestationen funktioniert. Gleichzeitig können mit weniger Ressourcen und Kosten mehr Fahrzeuge bedient werden. Würde jeder Supercharger Ladestation zu jeder Zeit 120 kW exklusiv zur Verfügung stehen, wären nur halb so viele Ladestationen pro Standort möglich. Da das Laden mit so hohem Ladestrom immer nur für kurze Zeit notwendig ist, sind hier Kosten und Nutzen optimal ausgeglichen.

Wenn man selbst in Eile ist, lohnt es sich also eventuell auch mal umzuparken. Zum Beispiel, wenn man neben einem beinahe leeren Tesla mit 100 kWh Akku mit laden beginnt. Falls der Akku des Nachbarn unter optimalen Bedingungen lädt und für sich das Maximum beansprucht, kann das schon etwas dauern. Die für das eigene Fahrzeug übrig gebliebenen 30 kW können sich dann im schlechtesten Fall auch mal über gut 15 Minuten hin ziehen und die gesamte Ladezeit entsprechend verlängern.

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