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Tesla FSD volles Potenzial autonomes Fahren

Bildquelle: Tesla

Was ist Tesla FSD „Volles Potenzial für autonomes Fahren“?

Die Fahrzeug-Option „Volles Potenzial für autonomes Fahren“ ist ein Software-Paket, das Tesla für alle Fahrzeuge mit mindestens „Autopilot 2 Hardware“ verkauft. Abgekürzt wird die Option auch Tesla FSD genannt, da sie im englischen Sprachraum „Full Self Driving“ heißt.

Dieser Artikel fasst den aktuellen Funktionsumfang zusammen und soll dabei helfen herauszufinden, ob der Kauf von FSD für einen selbst sinnvoll ist oder ob der „Basis Autopilot“ oder der „Enhanced Autopilot (EAP)“ für die eigenen Bedürfnisse doch ausreicht.

Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Autopilot-Versionen erkläre ich in diesem verlinkten Beitrag.

Was bedeutet autonomes Fahren bei Tesla genau?

Autonomes Fahren wird von den Autoherstellern aller Marken in die folgenden Entwicklungsschritte aufgeteilt:

  • Level 1: assistiertes Fahren
  • Level 2: teilautomatisiertes Fahren
  • Level 3: automatisiertes Fahren
  • Level 4: vollautomatisiertes Fahren
  • Level 5: autonomes Fahren

Die Unterschiede und welche Fähigkeiten ein Fahrzeug auf diesen unterschiedlichen Levels aufweisen muss, wird in diesem Beitrag genauer erklärt.

 

 
 

 

Die Idee hinter Teslas FSD Software: Irgendwann in der Zukunft wird durch die stetige Weiterentwicklung der Autopilot-Software das Fahrzeug komplett autonom durch einen Computer gesteuert fahren können (Level 5).

Das bedeutet, dass es keinen menschlichen Fahrer mehr benötigt. Auch keinen, der das Fahrzeug überwacht und nur im Notfall eingreift. Während der Entwicklung dieses Systems veröffentlicht Tesla nach und nach neue Funktionen als Bestandteil der FSD Option, die unter dem normalen Autopiloten und dem EAP nicht freigeschaltet sind.

So ist zum Beispiel seit Sommer 2020 die Anhalte-/Anfahrautomatik an Ampeln und Stoppschildern dazu gekommen.

Welche Tesla Fahrzeuge haben die Möglichkeit für autonomes Fahren?

Die FSD Funktion kann nur für Fahrzeuge mit mindestens Autopilot Hardware AP2 gekauft werden. Die meisten Funktionen setzen aber den AP3 „FSD Computer“ voraus. Ältere Tesla Fahrzeuge mit AP2 oder AP2.5 Computer erhalten mit dem Kauf der „Volles Potenzial für autonomes Fahren“ daher auch den Upgrade auf den „FSD Computer“ eingebaut.

Der Preis für den Computer ist im Preis für FSD enthalten. Welche Autopilot-Computer Version in einem Tesla eingebaut ist, lässt sich in den Fahrzeugeinstellungen anzeigen:

Auf dem Bildschirm auf das Fahrzeug Symbol klicken. Unter „Software“ werden „Zusätzliche Fahrzeuginformationen“ angezeigt. Dort findet sich auch einen Hinweis auf die verbaute Autopilot-Hardware. Wenn dort „Computer für autonomes Fahren“ steht, handelt es sich um den „FSD Computer“ (umgangssprachlich auch AP3 genannt).

Tesla Zusätzliche Ausstattung

Für Model S und X mit Herstellungsdatum vor September 2017 ist übrigens ein zusätzliches Upgrade der Kameras notwendig, damit FSD in Zukunft funktionieren wird. Dieses Upgrade ist kostenlos, respektive im Preis für FSD enthalten.

Ein Vergleich des FSD Funktionsumfangs im Vergleich zum Umfang des Standard-Autopiloten und des „Enhanced Autopilot“ zeigt die Tabelle in diesem Artikel zum Tesla Autopiloten.

Wie funktioniert FSD technisch?

Nicht nur Tesla, sondern auch andere Firmen sind seit Jahren daran, autonomes Fahren für Autos zu entwickeln. In Kalifornien sind die regulatorischen Gesetze diesbezüglich relativ locker. Bereits seit 2018 können Firmen eine Lizenz für fahrerlose Fahrzeuge im Straßenverkehr beantragen und im Mai 2020 verfügten schon 66 Unternehmen über eine solche Bewilligung.

Bekannteste Vertreter sind wohl die Robotaxi Dienste Google Tochter Waymo und GM Cruise, die zumindest in fest definierten Bereichen einiger amerikanischer Städte dank hochauflösendem Kartenmaterial und dem Einsatz von LiDAR Sensoren bereits beachtliche Ergebnisse im autonomen Fahren lieferten.

Tesla geht hier einen anderen Weg. Die meisten Fahrzeuge der Konkurrenten sind neben Radar auch mit dem sogenannten LiDAR ausgestattet. LiDAR sind Sensoren, die mittels Laser Pulsen ein dreidimensionales Bild der Umgebung erschaffen, das vom Computer im Fahrzeug genutzt wird, um seine Umgebung zu erkennen und das Fahrzeug entsprechend zu lenken.

Elon Musk ist aber der Meinung, dass ein LiDAR nicht notwendig ist und Fahrzeuge auch nur durch den Einsatz von Bilderkennung über Kameras und ohne hochauflösende vorab erstellte Karten, autonom fahren können.

Ursprünglich basierte Teslas Autopilot-System auf Kameras und Radar, aber keinem Lidar. Seit Mai 2021 wurde der Radar bei den neueren Model 3 und Y sogar ganz weggelassen. Und mit dem Software-Update 2022.24.6 wird das Radar auch bei älteren Fahrzeugen (alle Modelle inklusive S und X) nicht mehr verwendet. Diese Strategie nennt Tesla „vision only“, da die Fahrzeuge, genau wie ein Mensch, nur visuelle Informationen verwenden sollen.

Ob es schlussendlich gelingen kann, dass Tesla mit dieser Ausstattung auch autonomes Fahren mit Level 5 erreicht, wird sich zeigen. Diese Übersicht zeigt, welche Kameras Tesla dazu verwendet:

 

Tesla FSD ohne Radar

Übersicht der Kameras, die laut Tesla für autonomes Fahren mit „Vision only“ ausreichen sollen – Bildquelle: Tesla

 

Der Vorteil von Teslas Herangehensweise ist bereits klar. Durch Tausende von Fahrzeugen auf der Straße verfügt Tesla über eine Unmenge von Daten, die für Computer Simulationen verwendet werden können. Denn alle Fahrzeuge, die mit Kameras ausgestattet sind, und das sind alle Teslas, die seit Oktober 2016 verkauft wurden, liefern auch dann Bild- und Sensordaten, wenn das Auto nicht im Autopilot-Modus fährt.

Dank dieser riesigen Flotte von „Testfahrzeugen“ kann Tesla seine Autopilot-Software laufend verbessern und Neuerung in Simulationen in einer echten Umgebung in verschiedenen Ländern der Welt überprüfen. Dazu lässt Tesla im Hintergrund, quasi als Schattenkopie, eine Simulation seiner aktuell zu testenden Software mitlaufen und nutzt dazu aber die realen Sensordaten einer echten Fahrt als Parameter. Die so verbesserte Software wird dann in einem nächsten Update wieder auf die Fahrzeuge verteilt.

Es lernt also nicht jedes einzelne Auto für sich selbst, sondern das ganze System lernt quasi von den „Erfahrungen“ und Fahrsituationen aller Teslas weltweit.

Im Vergleich dazu ist zum Beispiel Waymo auf die amerikanischen Straßen und fix definierten Stadtteile begrenzt, die kartografiert wurden und in denen die Waymo Fahrzeuge unterwegs sein dürfen.

 

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Technisch betrachtet arbeiten die Computer in den Fahrzeugen aller Hersteller mit Software für sogenannte neuronale Netze. Vereinfacht gesagt geht es dabei um Mustererkennung und maschinelles Lernen mittels künstlicher Intelligenz (KI). Ein neuronales Netz wird dabei immer weiter mit Daten aus der Realität „trainiert“ und verbessert sich so immer mehr.

Wenn Tesla also etwa das Fahren per Autopilot im Tunnel verbessern möchte, trainiert es seine KI mit den Sensorinformationen realer Tunnelfahrten von mittlerweile 2,5 Millionen Kundenfahrzeugen (Stand: Oktober 2022). Die Verbesserungen werden dann mittels Software-Updates wieder auf die Flotte aufgespielt und so perfektioniert man das Verhalten des Autopiloten Schritt für Schritt mit jedem Durchlauf, auch wenn die Fahrzeuge gar nicht zwingend im Autopilot Modus unterwegs sind.

Ein interessantes Video, das technisch tief in die Materie eintaucht, ist dieser englische Vortrag von Andrej Karpathy, dem ehemaligen Leiter für künstliche Intelligenz und Autopilot Vision bei Tesla.

Unterstützung durch den Dojo Supercomputer

Im Frühjahr 2019 erwähnte Elon Musk erstmals einen selbst entwickelten KI-Traningscomputer namens Dojo. Dabei handelt es sich nicht um einen Computer für das Fahrzeug, sondern um einen zentralen Supercomputer, den Tesla für die Auswertung der riesigen Mengen an Videodaten verwenden möchte.

Insgesamt 3.000 hochspezialisierten KI-Chips werden für eine gewaltige Rechenleistung von bis zu 1.8 Exaflop aufgebaut. Der Regelbetrieb von Dojo begann im Jahr 2022. Das folgende Video stammt vom „Tesla AI Day“, der sich rund um das Thema künstliche Intelligenz, den Supercomputer Dojo und das autonome Fahren dreht. Es ist ein „Deep Dive“ für alle, die sich mehr für das Thema aus technischer Sicht interessieren:

 

Wie groß ist der aktuelle Funktionsumfang von Tesla FSD?

Viele Menschen, die sich nicht mit diesem Thema beschäftigen, können es noch gar nicht glauben, dass autonom fahrende Autos überhaupt möglich sein sollen. Aber die Entwicklung schreitet in riesigen Schritten voran. Reguläre Autobahnfahrten mit automatischen Spurwechseln, bei denen der Fahrer lediglich kurz den Blinker antippt und sonst überhaupt nichts macht, sind bei vielen Teslafahrern (und auch bei anderen Marken) schon seit längerer Zeit Alltag.

Das eigentliche Gas geben, Spur halten, Lenken und Bremsen sind auch Dinge, die mittlerweile richtig gut funktionieren. Nach und nach kommen jetzt immer mehr zusätzliche Funktionen dazu. Natürlich ist uns hier die USA immer ein paar Schritte voraus, da die regulatorischen Gesetze in Europa nicht die gleichen lockeren Bedingungen bieten und viele Funktionen erst zugelassen werden müssen.

Europa legt hier eine viel härtere Gangart an den Tag, was die Einschränkungen des Autopiloten durch die UN/ECE in Europa zeigt.

Im Laufe des Jahres 2020 kamen zwar mit der Anhalte-/Anfahrautomatik an Ampeln und Stoppschildern und der Geschwindigkeitserkennung von Verkehrsschildern (nicht auf Autobahnen) auch in Europa neue Dinge dazu. Trotzdem sollte man sich bewusst sein, dass auch diese Funktionen relativ neu sind und nicht in jeder Situation einwandfrei funktionieren.

Viele Dinge bei Tesla benötigen ihre Zeit und viel Überarbeitung, bis sie richtig zuverlässig und gut funktionieren. Außerdem sind bei diesen letzten Ergänzungen von FSD Funktionen erneut regulatorische Einschränkungen in Europa erkennbar. Die Fahrzeuge dürfen zum Beispiel nicht komplett autonom an der Ampel anfahren. Schaltet die Ampel auf Grün, ertönt nur ein Signalton, der den Fahrer darauf aufmerksam macht. In den USA fährt das Auto im Autopilotmodus automatisch bei Grün los.

Man merkt diese Einschränkungen auch an der Art, wie Tesla das System aktuell weiter entwickelt. Da das regulatorisch in den USA am einfachsten geht. Wurde der Autopilot Entwicklungsstand für die restliche Welt ab etwa Ende 2019 praktisch eingefroren.

Seither tut sich außerhalb von USA nicht mehr wahnsinnig viel. Ok, wir haben die Ampel Anhalte-/Anfahrautomatik und die Geschwindigkeitserkennung erhalten. Aber so richtig gut funktionieren diese Funktionen eigentlich noch nicht.

Tesla beschränkt sich deshalb mittlerweile auf die Entwicklung der „FSD Beta“ in den USA, die das Fahrzeug komplett autonom fahren lässt. Also auch Kreisverkehr, Abbiegen an einer Verzweigung, überholen, usw. Vermutlich will man zuerst damit zeigen, dass es eben funktioniert.

Und dadurch die anderen Länder dazu bringen, das System ebenfalls zuzulassen. Das ist viel einfacher, als für alle Märkte zu entwickeln und sich aber in der Entwicklung bremsen zu lassen, weil die Länder nur limitierte und künstlich begrenztes Autopilot-Fahrverhalten zulassen.

Im Oktober 2020 wurde in den USA zuerst nur für einen kleinen Kreis von Kunden die „Full Self Driving Beta“ freigeschaltet. Sie bietet einen Vorgeschmack darauf, was hoffentlich bald auch in Europa möglich sein wird. In dieser unfertigen Vorabversion sind Funktionen wie automatisches Fahren innerorts inklusive Kreisverkehr und das automatische Abbiegen enthalten. Immerhin wurde im November 2022 die FSD Beta für alle Kunden in Nordamerika verfügbar gemacht.

Der Tesla Autopilot ist dadurch also kein Fahrerassistenzsystem mehr, sondern soll in dieser Phase „Level 4: vollautomatisiertes Fahren“ erreichen, das aber natürlich nach wie vor die Überwachung durch einen Menschen erfordert. Die Zulassung durch die Behörden steht aber auch in den USA noch aus.

In der Entwicklung des Autopiloten ist es auf jeden Fall ein gigantischer Schritt, den Tesla hier gerade macht und die FSD Beta Videos aus den USA sehen bereits interessant aus. Allerdings ist die Bandbreite der Erfahrungen enorm. Auch anspruchsvolle Situationen im Innenstadtverkehr meistert der Autopilot anscheinend teilweise perfekt. Aber eben nur teilweise.

In manchen Situationen wiederum versagt die FSD Beta komplett und ohne Eingriff durch den Fahrer würde es zu einem Unfall kommen. Ein paar interessante Einblicke dazu im folgenden Video:

 

Und es gab natürlich auch schon Unfälle. Zum Beispiel diesen hier:

 

Die Software ist eben so, wie sie heißt: Beta. Da bleibt für Tesla noch viel zu tun.

Soll man FSD jetzt kaufen oder doch lieber noch warten?

Viele sind der Meinung, dass die FSD Funktion für autonomes Fahren ohne Beaufsichtigung durch den Fahrer in Europa noch viele Jahre nicht zugelassen wird.

In Europa sind die Behörden viel strenger. Zum Beispiel funktioniert der automatische Spurwechsel auf Autobahnen in den USA vollautomatisch und ohne Zutun des Fahrers, sobald sich das Fahrzeug für einen Spurwechsel entscheidet.

In Europa muss man nach wie vor kurz auf den Blinker tippen, um einen Spurwechsel auszulösen und danach kurz am Lenkrad wackeln. Der Spurwechsel passiert dann immerhin automatisch.

Aber bereits daran erkennt man, dass ein höherer Grad an Automatisierung in Europa noch vor großen rechtlichen Hürden steht. In Europa ist die Autonomie, also das selbstständige Treffen von Entscheidungen durch das Fahrzeug heute nicht erlaubt.

Selbst Elon Musk scheint mit seinen Äußerungen mittlerweile vorsichtiger geworden zu sein, versprach er doch im Oktober 2019, dass eine Million vollautonome Tesla Robotaxis per Ende 2020 auf den Straßen unterwegs sein sollen.

Zwei Jahre später wirken seine Aussagen deutlich zurückhaltender:

Elon Musk: „Autonomes Fahren mit Autopilot kommt fast garantiert, die Frage ist nur wann.“

Und wir sprechen hier von zwei verschiedenen Dingen:

  1. Wann ist die Software ausgereift genug, damit ein Auto sicher genug fährt, dass es nicht mehr beaufsichtigt werden muss?
  2. Wann fährt der Autopilot statistisch besser und sicherer als ein Mensch?
  3. Wann wird er von den Behörden so zugelassen, damit ein solches Fahrzeug nicht mehr durch den Fahrer beaufsichtigt werden muss?

Ich vermute, dass zuerst alle diese Punkte in dieser Reihenfolge erfüllt sein müssen.

 

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Ein wichtiger Aspekt beim Kauf von FSD ist natürlich der Preis. Die FSD Option wird mit zunehmendem Funktionsumfang immer teurer. Elon Musk hat das auch so kommuniziert und in der Vergangenheit hat man trotz einigen kurzen Phasen, als es noch Rabatte gegeben hat, gesehen, dass der Preis für FSD immer weiter steigt.

Hier eine kleine Historie von FSD Preissteigerungen:

  • Ab Oktober 2016 wurde FSD zu einem Spezialpreis von 3000 USD beim Kauf mit einem Neuwagen angeboten. Wer die Software später dazu kaufen wollte, musste 4000 USD bezahlen. Wohlgemerkt: die Software hatte zu diesem Zeitpunkt keinerlei zusätzlichen Nutzen. Es war gewissermaßen eine Investition in die Zukunft.
  • Ab Ende Juni 2018 erhöhte Tesla den Preis für FSD Bestellungen auf 5000 USD.
  • Im Mai 2019 wurde der Preis auf 6000 USD erhöht.
  • Ab Juli 2020 hat Tesla den Preis auf 7500 USD und kurz danach sogar auf 8000 USD erhöht.

In den USA ist mit der Veröffentlichung der FSD Beta im Oktober 2020 der Preis sogar auf 10’000 USD und im September 2022 auf 15’000 USD gestiegen.

Es wurde angekündigt, dass in jedem Land eine Woche nach Veröffentlichung der FSD Beta ebenfalls die Kosten auf diesen Preis angehoben werden.

Da FSD ab und zu auch als „Sonderangebot“ erhältlich war, kann man natürlich darauf spekulieren, dass es noch einmal günstiger zu haben sein wird. Solche Aktionen dienten aber jeweils dazu, die Umsätze gegen Quartalsende zu steigern und waren meisten nur für einen kurzen Zeitraum erhältlich. Ob es das in Zukunft nochmals geben wird, ist ungewiss und Tesla hat aktuell so viel Geld auf der hohen Kante, dass sie diesen Quartalsende-Boost vermutlich nicht mehr benötigen. Auf FSD Rabatte zu hoffen, dürfte also kaum funktionieren.

Für Fahrzeuge mit der erweiterten Autopilot Option „verbesserte Autopilot-Funktionalität“, auch „Enhanced Autopilot“ (EAP) genannt, ist der Aufpreis für FSD etwas günstiger.

 

Ist ein einmal gekauftes FSD Paket auf ein neues Fahrzeug übertragbar?

Nein, leider nicht. FSD bleibt auf dem Fahrzeug, für das es gekauft wurde. Es wird bei einem Privatverkauf des Fahrzeuges immer mitverkauft. Wenn ein Auto aber an Tesla verkauft wird, verliert das Fahrzeug die FSD Funktion. Ein weiterer Aspekt, den man beim Kauf von FSD bedenken sollte, ist das Abo.

Das FSD Abo kostet 200 Dollar pro Monat. Je nach geplanter Einsatzdauer, zum Beispiel für einen Urlaub, kann es sich lohnen FSD nur zu abonnieren. Leider ist das Abo in Europa aber noch nicht erhältlich.

 

Wie kann ich Tesla FSD kaufen?

Im Konfigurator auf Tesla.com kann bei der Fahrzeugbestellung der Haken der Option „Volles Potenzial für autonomes Fahren“ aktiviert werden. Bei bereits ausgelieferten Fahrzeugen wird die Option im Tesla Mobiltelefon App unter „Upgrades“ als „Autonomes Fahren“ angezeigt.

Mittels der im Tesla.com Benutzerkonto hinterlegten Kreditkarte kann die Option auch gleich in der App gekauft werden. Nach wenigen Stunden ist die Option im Auto dann aktiv (wird durch eine Meldung auf dem Bildschirm angezeigt).

 

Mein Fazit zum Tesla FSD

Für mich als Technikbegeisterter ist FSD natürlich ein Muss. Ich habe es bereits Anfang 2019 gekauft, als es mal wieder günstiger angeboten wurde.

Im November 2020 wurde mein Model S dann auf den „FSD Computer“ aufgerüstet. Zugegeben, wirklich viel bringen diese FSD Funktionen im Alltag in Europa noch nicht wirklich. Dafür sind sie einfach auch noch zu stark begrenzt. Den automatischen Spurwechsel möchte ich nicht missen, aber den hätte ich auch mit dem günstigeren „Enhanced Autopilot“ (EAP).

Da ich aber nicht plane, mein Fahrzeug in den nächsten Jahren zu verkaufen, denke ich, dass es die richtige Entscheidung war. Hätte ich ein Leasingfahrzeug, hätte ich FSD vermutlich nie gekauft, da es sich definitiv nicht lohnt, wenn man den Wagen ohnehin nach wenigen Jahren wieder ersetzt.

Wer das Auto weniger als 3 Jahre behalten möchte, dem rate ich dringend vom Kauf von FSD ab.

Schlussendlich steckt hinter dem Ganzen aber noch viel mehr als nur die Verbesserung von Fahrassistenzsystemen. Das autonome Fahren Level 5 wird die Welt irgendwann verändern und es entstehen ganz andere Möglichkeiten für den Gütertransport und die Art und Weise wie wir reisen.

Diese Zusammenfassung vom „Tesla Autonomy Day“ 2019 zeigt das eindrücklich auf.

Allerdings muss man sich auch bewusst sein, dass es noch ein sehr weiter Weg bis Level 5 ist. Gerade die Ausnahmesituationen sind das, was es an Komplexität ausmacht. Und leider ist es nach mehreren Jahren FSD Entwicklung noch immer so, dass es immer wieder Situationen gibt, in denen der Autopilot ein richtig miserables Ergebnis abliefert.

Kurzum, wer das Fahrzeug lange behält, technisch begeistert ist und in die Zukunft investiert, kann sich FSD heute vermutlich zu einem günstigeren Preis kaufen als in Zukunft. Es bleibt aber noch ein gewisses Restrisiko, dass man das Auto dann schlussendlich doch nicht so lange hat (z.B. ein Unfall mit Totalschaden).

Außerdem besteht das Risiko, dass es doch in Zukunft bei neueren Teslas irgendwelche Hardwareanpassungen gibt, die das autonome Fahren in einem zig Jahre alten Auto nicht in der gleichen Form möglich machen, wie in einem neueren Modell. Das ist sogar sehr wahrscheinlich. Wer weiß zum Beispiel, ob der „FSD Computer“ (AP3) wirklich ausreichen wird? Und falls nicht, wer garantiert, dass Tesla den älteren Autos nochmals ein Upgrade von AP3 auf AP4 spendiert?

Der AP4 Computer ist bereits in Entwicklung. Vielleicht wird ein Upgrade der älteren Fahrzeuge aber technisch gar nicht möglich sein.

Es ist und bleibt ein großes finanzielles Risiko jetzt FSD zu kaufen und es erst irgendwann in der Zukunft für Level 5 in einem alten Auto nutzen zu wollen. Ich gehe davon aus, dass mit meinem Model S von 2017 maximal Level 4 möglich sein wird.

 

Link zur offiziellen Autopilot Webseite von Tesla.

 

 

 

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