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Tesla volles Potenzial autonomes Fahren FSD

Bildquelle: Tesla

Tesla “Volles Potenzial für autonomes Fahren” (FSD)

Die “Volles Potenzial für autonomes Fahren” Option ist ein Software-Paket, das Tesla für Fahrzeuge mit Autopilot 2 Hardware oder höher verkauft. Abgekürzt wird die Option auch FSD genannt, da sie im Englischen “Full Self Driving” heißt.

Dieser Artikel beschreibt den aktuellen Stand des Funktionsumfangs und soll dabei helfen herauszufinden, ob der Kauf von FSD sinnvoll ist oder ob der Basis Autopilot für die eigenen Bedürfnisse ausreicht. Voraussetzung um “Volles Potenzial für autonomes Fahren” kaufen zu können, ist ein Tesla Fahrzeug mit mindestens Autopilot 2 Hardware. Das sind alle Model S und Model X, die ab Oktober 2016 gebaut wurden und sämtliche Model 3 und Model Y. Unterschiede zwischen den verschiedenen Autopilot-Versionen werden hier erklärt.

Was bedeutet autonomes Fahren genau?

Autonomes Fahren wird von den Herstellern in folgende Entwicklungsschritte aufgeteilt. Welche Fähigkeiten ein Fahrzeug auf diesen unterschiedlichen Levels aufweisen muss, ist in diesem Beitrag genauer erläutert.

  • Level 1: assistiertes Fahren
  • Level 2: teilautomatisiertes Fahren
  • Level 3: automatisiertes Fahren
  • Level 4: vollautomatisiertes Fahren
  • Level 5: autonomes Fahren

Die Idee hinter Tesla’s FSD Software: Irgendwann in der Zukunft wird durch die stetige Weiterentwicklung der Autopilot-Software komplett autonomes Fahren der Stufe Level 5 möglich. Das bedeutet, dass ein Fahrzeug irgendwann komplett selbstständig fährt und es keinen menschlichen Fahrer mehr benötigt. Auch keinen, der das Fahrzeug während des Fahrens überwacht. Während der Entwicklung dieses Systems veröffentlicht Tesla nach und nach weitere Funktionen für dieses Software-Paket, die unter dem normalen Autopiloten nicht freigeschaltet sind. So ist zum Beispiel seit Sommer 2020 die Anhalte-/Anfahrautomatik an Ampeln und Stoppschildern dazu gekommen.

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Wie funktioniert das technisch?

Einige Firmen sind seit Jahren daran autonomes Fahren für Autos zu entwickeln. In Kalifornien sind die regulatorischen Gesetze diesbezüglich relativ locker. Bereits seit 2018 können Firmen eine Lizenz für fahrerlose Fahrzeuge im Straßenverkehr beantragen und im Mai 2020 verfügten schon 66 Unternehmen über eine solche Bewilligung. Bekanntester Vertreter ist wohl die Google Tochter Waymo, die zumindest in fest definierten Bereichen einiger amerikanischer Städte dank hochauflösendem Kartenmaterial und dem Einsatz von LiDAR Sensoren bereits jetzt beachtliche Ergebnisse im autonomen Fahren liefert.

Tesla geht hier einen anderen Weg. Die meisten Fahrzeuge der Konkurrenten sind neben Radar auch mit dem sogenannten LiDAR ausgestattet. LiDAR sind Sensoren, die mittels Laser Pulsen ein dreidimensionales Bild der Umgebung erschaffen, das vom Computer im Fahrzeug genutzt wird, um seine Umgebung zu erkennen und das Fahrzeug entsprechend zu lenken. Elon Musk ist aber der Meinung, dass ein LiDAR nicht notwendig ist und Fahrzeuge auch nur durch den Einsatz von Bilderkennung über Kameras, Ultraschallsensoren und Radar sowie ohne hochauflösende vorab erstellte Karten, autonom fahren können. Ob es schlussendlich gelingen kann, dass Tesla mit dieser Ausstattung auch autonomes Fahren mit Level 5 erreicht, wird sich zeigen.

Tesla Kameras Sensoren Übersicht autonomes Fahren FSD

Übersicht der Sensoren und Kameras von einem Tesla Fahrzeug mit mindestens AP2 Autopilot Hardware. Bildquelle: Tesla

UPDATE vom Mai 2021: Tesla hat angekündigt beim Model 3 und Model Y den Radar nicht mehr zu verwenden. Es ist anzunehmen, dass das beim Model S und X in Zukunft auch der Fall sein wird.

Der Vorteil von Tesla’s Herangehensweise ist bereits klar. Durch die tausenden von Fahrzeugen auf der Straße verfügt Tesla über eine Unmenge von Daten, die für Computer Simulationen verwendet werden können. Denn alle Fahrzeuge, die mit Kameras ausgestattet sind, und das sind alle Tesla’s die seit Oktober 2016 verkauft wurden, liefern auch dann Bild- und Sensordaten, wenn das Auto nicht im Autopilot-Modus fährt. Dank dieser riesigen Flotte von “Testfahrzeugen” kann Tesla seine Autopilot-Software laufend verbessern und Neuerung in Simulationen in einer echten Umgebung in verschiedenen Ländern der Welt überprüfen. Im Vergleich dazu ist zum Beispiel Waymo auf die amerikanischen Straßen und fix definierten Stadtteile begrenzt, die kartografiert wurden und in denen die Waymo Fahrzeuge unterwegs sein dürfen.

Technisch betrachtet arbeiten die Computer in den Fahrzeugen aller Hersteller mit Software von sogenannten neuronalen Netzen. Vereinfacht gesagt geht es dabei um Mustererkennung und maschinelles Lernen mittels künstlicher Intelligenz (KI). Ein neuronales Netz wird dabei immer weiter mit Daten aus der Realität “trainiert” und verbessert sich so immer mehr. Wenn Tesla also etwa das Fahren per Autopilot im Tunnel verbessern möchte, trainiert es seine KI mit den Sensorinformationen realer Tunnelfahrten von mittlerweile 1.2 Millionen Kundenfahrzeugen (Stand: Oktober 2020). Die Verbesserungen werden dann mittels Software-Updates wieder auf die Flotte aufgespielt und so perfektioniert man das Verhalten des Autopiloten Schritt für Schritt, auch wenn die Fahrzeuge gar nicht zwingend im Autopilot Modus unterwegs sind.

Ein interessantes Video, das technisch tief in die Materie eintaucht, ist dieser englische Vortrag von Andrej Karpathy, dem Direktor für künstliche Intelligenz und Autopilot Vision bei Tesla.

 

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Wie groß ist der aktuelle Funktionsumfang von FSD?

Viele Menschen, die sich nicht mit diesem Thema beschäftigen, können es noch gar nicht glauben, aber die Entwicklung schreitet in riesigen Schritten voran. Reguläre Autobahnfahrten mit automatischen Spurwechseln, bei denen der Fahrer lediglich kurz den Blinker antippt und sonst überhaupt nichts macht, sind bei vielen Teslafahrern schon seit längerer Zeit Alltag. Das eigentliche Gas geben, Spur halten, Lenken und Bremsen sind auch Dinge, die mittlerweile richtig gut funktionieren. Nach und nach kommen jetzt immer mehr zusätzliche Funktionen dazu. Natürlich ist uns hier die USA immer ein paar Schritte voraus, da die regulatorische Gesetze in Europa nicht die gleichen lockeren Bedingungen bieten und viele Funktionen erst zugelassen werden müssen.

Im Lauf des Jahres 2020 kamen aber mit der Anhalte-/Anfahrautomatik an Ampeln und Stoppschildern und der Geschwindigkeitserkennung von Verkehrsschildern auch in Europa neue Dinge dazu. Trotzdem sollte man sich bewusst sein, dass auch diese Funktionen relativ neu sind und nicht in jeder Situation einwandfrei funktionieren. Viele Dinge bei Tesla benötigen ihre Zeit und viel Überarbeitung, bis sie richtig zuverlässig und gut funktionieren.

Im Oktober 2020 wurde in USA für einen kleinen Kreis von Kunden die “Full Self Driving Beta” freigeschaltet. Sie bietet einen Vorgeschmack darauf, was hoffentlich bald auch in Europa möglich sein wird. In dieser unfertigen Vorabversion sind Funktionen wie automatisches Fahren innerorts inklusive Kreisverkehr und das automatische Abbiegen enthalten. Der Tesla Autopilot ist dadurch also kein Fahrerassistenzsystem mehr, sondern soll in der ersten Phase “Level 4: vollautomatisiertes Fahren” erreichen, das aber natürlich nach wie vor die Überwachung durch einen Menschen erfordert. In der Entwicklung des Autopiloten ist es auf jeden Fall ein gigantischer Schritt, den Tesla hier gerade macht und die FSD Beta Videos aus den USA sehen bereits sehr interessant aus. Angeblich wird die FSD-Software ab 2022 auch in Europa veröffentlicht.


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Ein Vergleich des FSD Funktionsumfangs im Vergleich zum Standard Autopiloten zeigt die Tabelle in diesem Artikel zum Tesla Autopiloten.

Welche Tesla Fahrzeuge haben die Möglichkeit für autonomes Fahren?

Die FSD Funktion kann nur für Fahrzeuge mit mindestens Autopilot Hardware AP2 gekauft werden. Die meisten Funktionen setzen aber sogar den AP3 “FSD Computer” voraus. Ältere Tesla Fahrzeuge mit AP2 oder AP2.5 Computer erhalten mit dem Kauf der “Volles Potenzial für autonomes Fahren” daher auch den AP3 “FSD Computer” eingebaut. Die Verfügbarkeit dieser Aufrüstung ist in diesem Terminplan ersichtlich. Welche Autopilot-Computer Version in einem Tesla eingebaut ist, lässt sich in den Fahrzeugeinstellungen anzeigen:

Auf dem Bildschirm auf das Fahrzeug Symbol klicken. Unter „Software“ werden „Zusätzliche Fahrzeuginformationen“ angezeigt. Dort findet sich auch einen Hinweis auf die verbaute Autopilot-Hardware. Wenn dort “Computer für autonomes Fahren” steht, handelt es sich um den AP3 FSD Computer.

 

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Soll ich FSD jetzt kaufen oder doch lieber noch warten?

Das ist eine Frage, bei der sich die Geister scheiden. Viele sind der Meinung, dass die FSD Funktionen in Europa noch lange nicht zugelassen werden. Schritt für Schritt stellt sich aber heraus, dass sich durchaus auch in Europa etwas tut. Trotzdem funktioniert zum Beispiel der automatische Spurwechsel auf Autobahnen in USA vollautomatisch und ohne Zutun des Fahrers, wenn sich das Fahrzeug für einen Spurwechsel entscheidet. In Europa muss man nach wie vor kurz auf den Blinker tippen, um einen Spurwechsel auszulösen. Bereits daran erkennt man, dass ein höherer Grad an Automatisierung in Europa noch vor rechtlichen Hürden steht.

Ein wichtiger Aspekt ist aber der Preis. Die FSD Option wird mit zunehmendem Funktionsumfang immer teurer. Elon Musk hat das auch so kommuniziert und in der Vergangenheit hat man trotz einigen kurzen Phasen als es Rabatte gegeben hat gesehen, dass der Preis immer weiter steigt. Die Historie von FSD Preissteigerungen:

  • Ab Oktober 2016 wurde FSD zu einem Spezialpreis von 3000 USD beim Kauf mit einem Neuwagen angeboten. Wer die Software später dazu kaufen wollte, musste 4000 USD bezahlen. Wohlgemerkt: die Software hatte zu diesem Zeitpunkt keinerlei zusätzlichen Nutzen. Es war gewissermaßen eine Investition in die Zukunft.
  • Ab Ende Juni 2018 erhöhte Tesla den Preis für FSD Bestellungen auf 5000 USD.
  • Im Mai 2019 wurde der Preis auf 6000 USD erhöht.
  • Ab Juli 2020 hat Tesla den Preis auf 7500 USD und kurz danach sogar auf 8000 USD erhöht.

In USA ist mit der Veröffentlichung der FSD Beta im Oktober 2020 der Preis sogar auf 10’000 USD gestiegen. Es wurde angekündigt, dass in jedem Land eine Woche nach Veröffentlichung der FSD Beta ebenfalls die Kosten auf diesen Preis angehoben werden. Da FSD ab und zu auch als “Sonderangebot” erhältlich war, kann man natürlich darauf spekulieren, dass es noch einmal günstiger zu haben sein wird. Solche Aktionen dienten aber jeweils dazu die Umsätze gegen Quartalsende zu steigern und waren meisten nur für einen kurzen Zeitraum erhältlich. Ob es das in Zukunft nochmals geben wird, ist ungewiss.

Für Fahrzeuge mit der erweiterten Autopilot Option “verbesserte Autopilot-Funktionalität”, auch “Enhanced Autopilot” (EAP) genannt, ist der Aufpreis für FSD etwas günstiger.

Ist einmal gekauftes FSD auf ein neues Fahrzeug übertragbar?

Nein, FSD bleibt auf dem Fahrzeug, für das es gekauft wurde. Es wird bei einem Privatverkauf des Fahrzeuges mitübertragen. Wenn ein Auto aber an Tesla verkauft wird, verliert es die FSD Funktion. Ein weiterer Aspekt, den man beim Kauf von FSD bedenken sollte, ist das Abo. Das FSD Abo kostet 200 Dollar pro Monat. Je nach geplanter Einsatzdauer, zum Beispiel für einen Urlaub, kann es sich lohnen FSD nur zu abonnieren.

Wie kann ich FSD kaufen?

Im Konfigurator kann bei der Fahrzeugbestellung der Haken der Option “Volles Potenzial für autonomes Fahren” aktiviert werden. Bei bereits ausgelieferten Fahrzeugen wird die Option im Tesla Mobiltelefon App unter “Upgrades” als “Autonomes Fahren” angezeigt. Mittels der im Tesla.com Benutzerkonto hinterlegten Kreditkarte kann die Option auch gleich in der App gekauft werden. Nach wenigen Stunden ist die Option im Auto dann aktiv (wird durch eine Meldung auf dem Bildschirm angezeigt).

Fazit

Für mich als Technikbegeisterter ist FSD natürlich ein Muss. Ich habe es bereits Anfang 2019 gekauft, als es mal wieder günstiger angeboten wurde. Jetzt im November 2020 wird mein Model S auf den “FSD Computer” aufgerüstet und ich bin schon gespannt auf die Unterschiede. Da ich nicht plane, mein Fahrzeug in den nächsten Jahren zu verkaufen denke ich, dass es die richtige Entscheidung war. Hätte ich ein Leasingfahrzeug, hätte ich FSD vermutlich auch nie gekauft, da es sich definitiv nicht lohnt, wenn man den Wagen sowieso nach wenigen Jahren wieder ersetzt. Schlussendlich steckt hinter all dem Ganzen aber noch viel mehr als nur die Verbesserung von Fahrassistenzsystemen. Das autonome Fahren Level 5 wird die Welt irgendwann verändern und es entstehen ganz andere Möglichkeiten für den Gütertransport und die Art und Weise wie wir reisen. Diese Zusammenfassung vom “Tesla Autonomy Day” 2019 zeigt das hervorragend.

Allerdings muss man sich auch bewusst sein, dass es noch ein sehr weiter Weg bis Level 5 ist. Gerade die Ausnahmesituationen sind das, was es an Komplexität ausmacht. Und leider ist es auch im Jahr 2021 nach mehreren Jahren FSD Entwicklung so, dass es doch immer wieder Situationen gibt, in denen der Autopilot ein miserables Ergebnis liefert. Dieses Video zeigt ein anschauliches Beispiel:


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Link zur offiziellen Autopilot Webseite von Tesla.

 Smiley Hint

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