Tesla „Volles Potenzial für autonomes Fahren“ (FSD)
Bildquelle: Tesla

Tesla „Volles Potenzial für autonomes Fahren“ (FSD)

Die „Volles Potenzial für autonomes Fahren“ Option ist ein zusätzliches Software-Paket, das Tesla für Fahrzeuge mit Autopilot 2 Hardware oder höher verkauft. Abgekürzt wird die Option auch FSD genannt, da sie im Englischen „Full Self Driving“ heißt.

Unterschiede zwischen den verschiedenen Autopilot-Versionen werden hier erklärt. Link zu offizielle Informationen zur „Autopilot“ Option auf der Webseite von Tesla.

Voraussetzung um „Volles Potenzial für autonomes Fahren“ kaufen zu können, ist ein Fahrzeug mit mindestens Autopilot 2 Hardware. Die Idee hinter dieser Software: Tesla wird irgendwann in der Zukunft durch die Weiterentwicklung des Autopiloten autonomes Fahren der Stufe Level 5 ermöglichen. Es ist anzunehmen, dass Tesla bereits vorher unter dieser Option nach und nach weitere Autopilot Funktionen aktiviert, die unter dem normalen Autopiloten nicht freigeschaltet sein werden.

Chronologische Entwicklung der „Volles Potenzial für autonomes“ Fahren Tesla Option (FSD)

Ab Oktober 2016 begann Tesla mit der Ausrüstung aller Model S und Model X mit der „Enhanced Autopilot“ Hardware, die auch AP2 Hardware genannt wird.  Die FSD Option wurde zu einem Spezialpreis von 3000 USD beim Kauf mit dem Fahrzeug angeboten. Wer die Software später dazu kaufen wollte, musste 4000 USD bezahlen. Wohlgemerkt: die Software hatte zu diesem Zeitpunkt keinerlei zusätzlichen Nutzen. Es war quasi eine Investition in die Zukunft.

Ab Ende Juni 2018 erhöhte Tesla den Preis für nachträgliche FSD Bestellungen von 4000 USD auf 5000 USD.

Im Oktober 2018 entfernte Tesla die Möglichkeit FSD bei einem Neufahrzeug über den Konfigurator gleich mitzubestellen. Mann konnte es aber trotzdem mit einer Anfrage beim Support bei einem Neuwagenkauf für 3000 USD dazu bestellen. Auch die nachträgliche Bestellung durch die Bestandskunden für 5000 USD blieb auf diesem Weg möglich. Wie gesagt: die Software hatte bis dato noch keinerlei Funktion.

Gleichzeitig tauchten auf Twitter Ankündigungen von Elon Musk auf, dass Besitzer der Tesla Option „volles Potenzial für autonomes Fahren“ die zukünftige Autopilot-Hardware 3 kostenlos zur Verfügung gestellt kriegen würden. Man vermutete, dass Tesla die Option für Neufahrzeuge entfernt hat um nicht noch mehr Kunden mit einer „günstigen“ FSD Option auszustatten, da sonst in Zukunft sehr viele kostenlose Hardware Updates notwendig würden. Man kann davon ausgehen, dass Tesla den Preis für die „Volles Potenzial für autonomes Fahren“ Option in Zukunft mit zunehmendem Funktionsumfang eher erhöhen wird.

Im Ende 2018 wurde von Elon Musk auf Twitter angekündigt, dass erste FSD Funktionen zeitgleich mit der Autopilot 3 Hardware veröffentlicht werden und die FSD Option für die AP3 Hardware sogar Voraussetzung sein soll:

Quelle: Twitter

Update vom 3.3.19: Für Neuwagen Verkäufe wurden Änderungen am Funktionsumfang des Autopiloten eingeführt. Neu wird der „Basis Autopilot“ kostenlos mit jedem Fahrzeug verkauft. Einige Funktionen des früheren kostenpflichtigen „erweiterten Autopiloten“ sind aber von der Autopilot Option in die FSD Option gewandert. Folgende Funktionen sind für Neuwagen ab diesem Datum nur noch durch den Kauf der FSD Option erhältlich:

  • Mit Autopilot navigieren“ (NoA)
  • Automatischer Spurwechsel auf Autobahnen während der Fahrt mit Autopilot.
  • Automatisches Einparken
  • Herbeirufen

Folgende inoffizielle Grafik zeigt die unterschiedlichen Varianten:

Quelle: https://mobile.twitter.com/TroyTeslike/status/1102113517216370689/photo/1

Update vom 23.4.19: Elon Musk hat an der Investoren Präsentation zum „Tesla Autonomy Day“ nochmals klar betont, dass Fahrzeuge mit AP2 oder AP2.5 Hardware das Update auf den neuen AP3 Computer erhalten können. Voraussetzung dafür ist der Kauf der FSD Option. Die Unterschiede der Autopilot-Hardware sind hier beschrieben. Beim Kauf von FSD wird die Hardware des AP3 im Preis enthalten sein. Das Upgrade von AP2.0 und AP2.5 Fahrzeugen auf AP3 wird vermutlich ab Ende 2019 erfolgen. Tesla nennt die AP3 Hardware jetzt neu „Computer für vollautonomes Fahren“ (Englisch: „FSD Computer“). Die Verwendung der zusätzlichen Funktionen setzt aber den Kauf der FSD Option voraus.

Update vom 04.05.19: Der Preis für FSD wurde von 5000 $ auf 6000 $ erhöht.

Update vom 27.7.19: Für Besitzer der früheren „erweiterter Autopilot“ (EAP) Option wurde der Aufpreis für FSD erneut gesenkt, weil deren FSD Funktionsumfang nicht so groß ist wie beim neuen „Basis Autopilot“ mit FSD. Jetzt kostet es aktuell 3000$.

Update vom 21.11.19: Mittlerweile werden die ersten Fahrzeuge mit AP2.5 Hardware auf AP3 Hardware aufgerüstet. Allerdings zeichnet sich auch ab, dass komplett neue Autopilot Funktionen nur noch für Besitzer von FSD, beziehungsweise dem „FSD Computer“ zur Verfügung stehen werden. Seit Software Version v10.1 werden Verkehrsleitkegel dargestellt. Dies war anfänglich nur bei Fahrzeugen mit FSD und AP3 Hardware möglich. Mittlerweile funktioniert es aber seit Software Update 2020.12.5 auch mit Mit HW 2.5 und FSD.

Tesla erkennt Pylone
Bildquelle: Facebook Gruppe „TESLA Fans Schweiz“


Update vom 1.5.2020: 
Offenbar plant Tesla in Zukunft die FSD Option auch als Abo anzubieten.


Fazit: 

Wie in der Grafik oben erklärt, sind für Tesla Neuwagenkäufe ab 2019 einige Funktionen nur noch mit dem Kauf der volles Potenzial für autonomes Fahren Option erhältlich (Block D). Ältere Fahrzeuge sind nicht betroffen. Ein Vergleich des Funktionsumfangs zeigt auch die Tabelle in diesem Artikel.

Wie von Elon Musk am „Tesla Autonomy Day“ im April 2019 nochmals betont worden ist, werden Model S und X Fahrzeuge seit ungefähr März 2019 und Model 3 ab April 2019 nur noch mit AP3 Hardware gebaut. Im Sommer 2019 wurden nur Fahrzeuge, für die die FSD von Anfang an bestellt worden war, ab Werk mit dem AP3-Computer ausgerüstet. Offensichtlich musste Tesla einige HW2,5-Lagerbestände ausschöpfen oder hatte nicht genügend HW3 produziert. Ab Ende 2019, scheint jedes neue Auto mit Hardware 3 ausgeliefert zu werden. Hinweis dazu im TFF-Forum.

Aller ketzerischen Stimmen zum Trotz tut sich offenbar etwas im Bereich FSD. Mit der Stoppschild Erkennung ist eine weitere Funktion im Frühjahr 2020 dazu gekommen, diese soll allerdings sogar für Fahrzeuge ohne FSD veröffentlich werden. Vermutlich damit Tesla weiter Daten aus der Praxis sammeln kann und diese Funktion so weiter verbessert. Tesla plant sogar die Fähigkeit des komplett autonomen Fahrens eines Fahrzeuges noch im 2020 umzusetzen, was schwer zu glauben ist. Wurde es doch bereits per Ende 2019 versprochen. Später soll dann diese Funktion für den hauseigenen Robotertaxi Service verwendet werden. Das Ganze wirkt zum aktuellen Zeitpunkt sehr ambitiös und es wäre nicht das erste Mal, dass Tesla seine angekündigten Termine nicht einhalten kann. Aber eines steht fest: Auch wenn sie manchmal spät dran sind, geliefert haben sie bisher immer.

Es bleibt schlussendlich auch offen, wie schnell die Behörden das vollautonome Fahren bewilligen werden, sobald es technisch möglich sein wird. Aber der Beweis, dass ein Roboter statistisch sicherer als ein Mensch fährt, wird dies vermutlich markant beschleunigen. Eine sehr gute Zusammenfassung des „Tesla Autonomy Day“ findet sich übrigens hier.

Es bleibt spannend zu beobachten wie es mit den FSD Funktionen weiter geht. Tesla ja damit begonnen die älteren Autopilot 2 und 2.5 Computer aufzurüsten. Irgendwann wären alle Fahrzeuge auf den FSD Computer umgerüstet. Besitzer ohne FSD würden allerdings auf ihrem alten Stand des Funktionsumfangs stehen bleiben. Marketing technisch wäre das sehr clever, denn es würde die Leute eher dazu bewegen FSD doch noch zu kaufen und Tesla kann mit den meisten bereits verkauften Fahrzeugen erneut Geld verdienen. Von der IT Branche kennen wir das ja bereits: Das große Geld kommt aus Software Lizenzen, nicht vom Verkauf von Hardware.