Wie „sauber“ ist ein Tesla wirklich?
Bildquelle: Tesla

Wie „sauber“ ist ein Tesla wirklich?

Sauber bezieht sich in diesem Fall nicht auf den Lack oder den Innenraum des Fahrzeugs, sondern die ökologischen Aspekte bei der Herstellung und der Verwendung eines Tesla. In den Medien wird zu diesem Thema sehr viel publiziert. Die Meinungen darüber was wirklich wahr ist und was nur Fake News der Gegner von Elektromobilität sind, gehen sehr weit auseinander. Klar, das Thema ist auch sehr kompliziert und es sind viele Aspekte zu berücksichtigen. Schlussendlich gibt es aber auch verschiedene Akteure am Markt, die unterschiedliche Interessen mit der Kommunikation von Informationen verfolgen.

Die Herstellung des Fahrzeugs

Für die Herstellung jeglicher Motoren oder Fahrzeuge ist verständlicherweise Energie erforderlich. Im Fall von Tesla wird hauptsächlich in Bezug auf die Herstellung des Akkus immer wieder auf dessen energiehungrigen Prozess verwiesen. Ich frage mich, wer das denn wirklich so exakt und pro Fahrzeug berechnen kann (vermutlich nicht einmal Tesla selbst). Schlussendlich ist den Analysten dieser „Studien“ vermutlich in vielen Fällen weder die Herkunft, die zur Herstellung aufgewendeten Energie, noch die tatsächlich pro gebaute „Einheit“ verwendete Energiemenge bekannt. Vieles ist hier nur Annahme, Hochrechnung und Durchschnitt (bei der Berechnung für Verbrenner, wie auch für Elektrofahrzeuge). Man vergleicht Äpfel mit Birnen.

Ein weiterer Aspekt sind seltene Materialien wie zum Beispiel Kobalt. Ja, Kobalt wird in Akkus benötigt. Aber die Hersteller sind einerseits sehr daran interessiert die dazu verwendeten Mengen laufend zu reduzieren und andererseits kommt nicht jede Kobalt Lieferung aus einem Land, in dem es unter Menschen unwürdigen Methoden gefördert wurde. Tesla ist beim Kobalt Gehalt mittlerweile bei zirka 2 %. Der Branchendurchschnitt ist 8 %. Die Tendenz ist also klar fallend und vermutlich wird bald ein Hersteller einen Akku ganz ohne Kobalt entwickeln. Hier wird von den Medien einfach immer sofort der Teufel an die Wand gemalt.

Schlussendlich werden auch die bei der Herstellung der Akkus entstehenden Schadstoffe und Emissionen angeführt. Aber dazu muss man sich nur vor Augen führen, dass Verbrenner Fahrzeuge und Motoren auch nicht ohne Emissionen hergestellt werden können. Nur ein Fakt ist und bleibt: ein Elektrofahrzeug produziert lokal vor Ort im Betrieb weder CO2 Emissionen noch schädliche Stickoxide. Also warum sollte man sich freiwillig vergiften?

Der Stromverbrauch für den Antrieb

Natürlich macht es einen Unterschied wie der Strom, der ein Elektroauto antreibt, hergestellt wurde. Idealerweise ist es natürlich Strom aus erneuerbaren Energien, der auch mit möglichst wenig Treibhausgas Emissionen wie zum Beispiel CO2 produziert wurde. Das liest sich einfach, aber natürlich ist auch dieses Thema sehr Komplex. Denn das Solar Panel wurde zum Beispiel auch mit irgendwelchem Strom produziert, transportiert, usw. (vielleicht Kohlestrom?). Und ja, die erzeugte Energie wird irgendwie von A nach B transportiert (und das bringt Verluste). Aber Fakt ist: Das Erdöl wird auch nicht ohne Energieaufwand und Emissionen gefördert, raffiniert und zur Tankstelle transportiert. Es gibt aber einen wesentlichen Unterschied: Erdöl, das einmal verbrannt wurde, ist unwiederbringlich verloren (außer Sie möchten ein paar Millionen Jahre warten).

Wenn man sich wirklich intensiv mit dem Thema auseinandersetzt, stellt man fest, dass das Verbrennen einer begrenzten fossilen Ressource mit gleichzeitiger Emission von gesundheitsschädlichen Substanzen in unsere Atmosphäre einfach keinen Sinn ergibt. Außerdem kann man einen Verbrennungsmotor, bezogen auf die Energieeffizienz, heutzutage leider nicht mehr als moderne Technologie bezeichnen. Dazu möchte ich gerne folgende Grafik verlinken. Sie zeigt die Effizienz der verschiedenen Möglichkeiten ein Fahrzeug mit der Energie für 100 Kilometer Reichweite zu laden, beziehungsweise betanken.

Tesla sauber
Quelle: Well-To-Wheels Report European Commission

In diesem Beispiel erkennt man auch sehr gut, dass zum Beispiel die Brennstoffzelle (Wasserstoff/Violett) ebenfalls eine sehr ineffiziente Variante ist ein Fahrzeug anzutreiben. Die folgende Grafik zeigt den Unterschied zwischen Brennstoffzelle und einem reinen Elektroauto deutlich:

Brennstoffzelle vs. Elektroauto
Elektroauto im Vergleich zur Brennstoffzelle (Wasserstoff)

Einen tollen Vergleich zum Wirkungsgrad des Verbrennungsmotors erzählt der Zukunftsforscher Lars Thomsen in diesem Video.

Wie gesagt, das Thema ist sehr komplex und ich will es hier auch nicht weiter im Detail aufführen, denn im Internet finden sich bereits sehr viele Informationen dazu. Sehr nützliche Informationen und weitere Details zum Thema Elektroautos und ökologische Aspekte finden Sie zum Beispiel in der erstklassigen Zusammenfassung von Martin Rotta. Das PDF kann man hier herunterladen.

Die Beiträge von Alain Veuve und Gerhard Hoeberth sind ausserdem noch zwei sehr gute Artikel zu diesem Thema.

Fazit

Das sauberste Auto ist schlussendlich das Fahrzeug, das nie gebaut wird. Aber unter dem Strich ist das Elektroauto dem Verbrenner in Punkto Ökologie haushoch überlegen. Wer sich wirklich etwas tiefer mit dem Thema auseinandersetzt und nicht nur den Schlagzeilen der Tageszeitungen Glauben schenkt, wird immer wieder zu diesem Ergebnis kommen. Und ja! Man könnte jetzt argumentieren, dass der Strom für so viele Elektroautos gar nicht in ausreichender Menge verfügbar ist. Aber bevor Sie das tun, empfehle ich Ihnen die Lektüre von Martin Rotta’s PDF.

Herzlichen Dank!

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