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Wie hoch ist der Preis für das Tesla Model 3?

Wie hoch ist der Preis für Tesla Model 3? Oft liest man von starken Preisänderungen und unzufriedenen Kunden, die im falschen Moment genau vor einer Preisreduktion ihr Fahrzeug bestellt hatten. Natürlich habe auch ich keine Kristallkugel, aber es gibt einige Dinge, die sich in der Vergangenheit schon wiederholt haben. Wann sollte man also kaufen und wann lohnt es sich mit einem Kauf zuzuwarten? In diesem Beitrag gibt es einige Tipps dazu.

Was kostet ein Tesla Model 3?

Zurzeit sehen die Preise beim Model 3 in Deutschland und der Schweiz wie folgt aus (Preise ohne Bearbeitungsgebühr von 970 EUR):

Stand: 05.12.2021 - Preise für Deutschland enthalten den Tesla Anteil des BAFA Umweltbonuses bereits. Die genauen Preisdetails erhält man, wenn man im Tesla Konfigurator weiter bis zur Bezahlung klickt und dann auf "Details" geht.
Fahrzeug Variante:Preis:
Model 3 CHF 39'990 / EUR 42'990
Model 3 Maximale ReichweiteCHF 50'990 / EUR 51'990
Model 3 PerformanceCHF 58'990 / EUR 55'990

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint, macht Tesla seine Fahrzeuge mit sinkenden Akkupreisen über die Jahre Schritt für Schritt günstiger. Bei der Markteinführung in Deutschland im Februar 2019, war die günstigste erhältliche Model 3 Version das „Maximale Reichweite“ Modell für 53.280 EUR inklusive 970 EUR Bearbeitungsgebühr (Quelle: Wikipedia). In der Schweiz kostete dieses Modell bei Einführung 59.400 CHF.

Sechs Monate später kostete ein Tesla Model 3 dieser Variante bereits rund 1000 EUR weniger und zusätzlich dazu wurde das günstigere „Standard Reichweite Plus“ Modell eingeführt. Außerdem musste der Autopilot damals im Frühjahr für 3000 EUR in Form der Option „Erweiterterte Autopilot-Funktionalität“ (EAP) noch dazu gekauft werden. Heute ist der Basis Autopilot in einem gegenüber EAP leicht reduzieren Umfang kostenlos im Basispreis des Fahrzeuges enthalten. Natürlich geht es aber nicht nur abwärts. Zwischenzeitlich hebt Tesla manchmal die Preise auch wieder an.

 
 

Noch viel größere Schwankungen zeigte sich in der Vergangenheit bei den teureren Performance-Modellen. Hier hat Tesla zu bestimmten Zeiten vermutlich auch die Nachfrage mit Preissenkungen stimuliert, aber natürlich später auch wieder erhöht. Unglücklicherweise konnte es bei einem schlechten Timing tatsächlich passieren, dass ein Fahrzeug dieser teureren Kategorie bereits wenige Monate nach dem Kauf für bis zu 9’000 EUR weniger angeboten wurde.

Saisonaler Einfluss auf den Preis

In der Vergangenheit konnte man über Jahre hinweg immer wieder beobachten, dass die Verkäufe hauptsächlich gegen Ende eines Quartals massiv mit Sonderangeboten und Preissenkungen angekurbelt wurden. Da Tesla seine Fahrzeuge ohne Zwischenhändler vertreibt, gilt ein Auto nur als „verkauft“, wenn es dem Kunden übergeben wurde. Und als börsennotiertes Unternehmen steht Tesla unter einem gewissen Druck, dass die Anzahl verkaufter Fahrzeuge idealerweise von Quartal zu Quartal steigen sollte. Etwas anderes würde von den Aktionären nicht gutgeheißen, was wieder für fallende Aktienkurse sorgen würde.

Deshalb hatte sich in der Vergangenheit oft der Rhythmus eingespielt, dass am Anfang eines Quartals hauptsächlich Fahrzeuge für den Export produziert werden. Während diese dann per Schiff aus Kalifornien oder China nach Europa unterwegs sind, werden die Fahrzeuge für den jeweils lokalen Markt in der Fabrik produziert. Am Ende des Quartals werden dann so viele Fahrzeuge wie möglich in allen Märkten an die Kunden übergeben. Denn jedes Fahrzeug, das bereits produziert, aber nicht übergeben ist, taucht in der Bilanz dieses Quartals nicht als verbuchter Gewinn auf und ist gewissermaßen totes Kapital.

Tesla produzierte dabei auch so viele Fahrzeuge pro Quartal wie möglich. Da die Konfigurationen sich nur gering unterscheiden, können sie Fahrzeuge einfach auf Halde produzieren, auch wenn noch kein Kunde sie bestellt hat. Wenn gegen Ende des Quartals dann noch unverkaufte Lagerfahrzeuge vorhanden sind, werden diese oft mit Sonderangeboten abverkauft, um das Lager zum Stichtag Ende des Quartals so leer wie möglich zu haben. Oft wurden die Fahrzeuge nicht unbedingt im Preis reduziert, aber es gab zum Beispiel manchmal auch den „erweiterten Autopilot“ kostenlos dazu. Früher wurde sogar kostenloses Supercharging in solchen Situationen als Goodie benutzt, um den Absatz gegen ein Quartalsende nochmals anzukurbeln.

 

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Trendwende?

Im vierten Quartal 2021 gibt es aber erste Anzeichen für eine Trendwende. Elon Musk hat angekündigt, dass in diesem Quartal nicht mehr um jeden Preis alle Autos bis Quartalsende ausgeliefert  werden sollen. Im letzten Viertel von 2021 stehe im Vordergrund, die Kosten der Auslieferungen zu senken, anstatt mit Express-Zuschlägen, Überstunden und personeller Verstärkung zu versuchen, möglichst viele Autos noch vor Jahresende zu den Kunden zu bringen. Außerdem setzt Tesla offenbar Kunden mit mehreren Bestellungen sogar ein Ultimatum oder streicht Doppelbestellungen einfach. Es macht geradezu den Anschein, als hätte Tesla mehr als genug Nachfrage und kann es sich leisten nicht mehr gezielt auf Halde zu produzieren. Daher ist vermutlich in Zukunft auch nicht mehr mit diesen „saisonalen“ Preisreduktionen oder sonstigen Angeboten zu rechnen.

Tesla Model 3 jetzt kaufen oder warten?

Eindeutig zu beobachten ist: die Preise sinken nicht nur. Langfristig gibt es zwar diesen Trend, da jede neue Technologie am Anfang der Entwicklung teuer ist und später immer günstiger wird. Aber dazwischen kann es Gründe für Preissteigerungen geben. Zum Beispiel lässt sich aktuell feststellen, dass bedingt durch die hohe Nachfrage und die wegen Inflation steigenden Rohstoffpreise, der sinkende Preis für Batteriezellen abgebremst wird, manche Forscher behaupten, der Preis für Batteriezellen werde sogar steigen. Da immer mehr konventionelle Autohersteller ebenfalls auf Elektroautos setzen, entsteht ein wahnsinnig hoher Bedarf an diesen Rohstoffen. Bis diese Nachfrage gedeckt werden kann, könnte es vorübergehend auch zu weiter steigenden Preisen kommen.

Außerdem werden Teslas ein immer gefragteres Produkt und bei großer Nachfrage steigt automatisch der Preis eines knappen Guts. Das wiederum könnte natürlich mit dem Hochfahren der Produktion in der Gigafactory Berlin kompensiert werden. Eindeutig lässt sich die Frage daher nicht beantworten. Es bleibt immer auch etwas Glück dabei, ob man im – aus preislicher Sicht – „richtigen“ oder „falschen“ Moment kauft.

Historische Tesla Preisentwicklung

Eine Herangehensweise, um dieses Risiko zu minimieren, sind die Zeitpunkte von Preisreduktionen, oder Preissteigerungen. Teslafans dokumentieren die Preisentwicklung der Tesla Fahrzeugmodelle in einer Google Docs Tabelle. Es handelt sich dabei zwar um die amerikanischen Preise, aber meistens kommt es bei Preiserhöhungen und Reduktionen in allen Ländern zu Anpassungen. So hat man einen ungefähren Überblick, wann und um welchen Betrag es in der Vergangenheit Änderungen bei den Preisen gab:

Tesla model 3 preis Preisentwicklung Tabelle

 

Ist der Preis für ein Tesla Model 3 zu teuer?

Auf den ersten Blick erscheinen rund 40’000 EUR für ein Auto als sehr teuer. Was aber oft vergessen wird, sind die Vorteile, die ein Elektroauto gegenüber einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor bietet. Dadurch sinken nämlich die Betriebskosten eines Fahrzeuges massiv. Schlussendlich ist ein Tesla in der Vollkostenrechnung sogar günstiger als ein vergleichbarer Verbrenner. An folgende Unterschiede werden oft beim Vergleich der Preise mit einem Verbrenner Fahrzeug nicht gedacht:

  • Strom ist meistens wesentlich günstiger als Benzin oder Diesel. Das Model 3 hat bei sparsamer Fahrweise einen Verbrauch von rund 15 kWh pro 100 Km. Bei einem Stromtarif von 29 Cent/kWh sind das 4,35 EUR pro 100 Km. Für die Schweiz würden die Kosten bei einem Strompreis von 25 Rappen pro kWh bei 3,75 CHF pro 100 Km liegen. Natürlich kann man das nicht pauschal betrachten. Jeder hat unterschiedliche Bedingungen bezüglich Strompreis und Orten, an denen er laden muss. Wer zum Beispiel beim Arbeitgeber kostenlos lädt, der die Elektromobilität mit einer Lademöglichkeit unterstützt oder als Eigenheimbesitzer eine eigene Photovoltaik-Anlage hat, ist hier definitiv in einer besseren Situation.
  • Elektroautos benötigen weniger Wartung. Dadurch sinken auch die Betriebskosten. Die gesparten Servicekosten, die man in den ersten 10 Jahren für ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor aufbringen muss, sind nicht unerheblich. Mehr Informationen zu den Tesla Wartungskosten in diesem Beitrag.
  • Oft werden Elektroautos steuerlich begünstigt. Dies dient aktuell noch zur Förderung der Elektromobilität. Natürlich wird dies nicht für immer so bleiben. In Deutschland gibt es zum Beispiel den BAFA Umweltbonus und in Österreich die Umweltförderung. In der Schweiz zahlen Elektroautos je nach Kanton weniger oder keine Verkehrssteuern.
  • Im Tesla Model 3 Preis sind bereits sehr viele Extras in der Grundausstattung enthalten, die bei anderen Herstellern aufpreispflichtig sind. Um fair zu vergleichen, muss man diese Extras ebenfalls dazu rechnen. Außerdem sind einige Ausstattungsmerkmale beim Verbrenner nur schwer erhältlich (zum Beispiel die Standheizung und die Vorklimatisierung via Mobiltelefon-App). Alain Veuve hat dazu einen interessanten Vergleich gemacht. Das Model 3 wird in einem fairen Vergleich von praktisch keinem anderen Hersteller bezüglich Anschaffungskosten geschlagen. Werden dazu noch die günstigeren Betriebskosten berücksichtigt, sinkt die Vollkostenrechnung weiter.

Die wichtigste Antwort zur Frage „Wie hoch ist der Preis für ein Tesla Model 3?“ ist die Gesamtkostenrechnung. Wer Preise vergleicht, sollte nicht nur die Anschaffungskosten betrachten, sondern immer die Vollkostenrechnung aus Anschaffung und Betriebskosten (Versicherung, Treibstoff, Service, usw.) vergleichen.

Fazit

Generell galt bisher bei Tesla immer folgende Faustregel:

Wer unmittelbar NACH einer Preisreduktion ein Fahrzeug kauft, trifft in der Regel einen guten Moment. Zwei Preisreduktionen innerhalb kurzer Zeit gab es meines Wissens noch nie. Allerdings können Preisreduktionen auch Vorläufer für Neuerungen in den Modellen sein. Da Tesla keine Modelljahre hat, sondern Änderungen laufend in die Produktion einfließen lässt, können neue Überarbeitungen auch ohne Ankündigung schlagartig eingeführt werden.

Das Model 3 wurde zum Beispiel Ende 2020 günstiger abverkauft bevor die neuen Model 3 Refreshvarianten eingeführt wurden. Um seine eigenen Verkäufe nicht zum Stocken zu bringen, kündigt Tesla solche Neuerungen verständlicherweise nicht vorher an.

Wer bezüglich des Restwertes seines Tesla Bedenken hat, sollte vielleicht besser ein Leasing mit vordefiniertem Rückkaufpreis, anstelle eines Barkaufs bevorzugen. Wer hingegen plant, das Fahrzeug sehr lange zu fahren, ist mit dem Barkauf besser bedient. Schließlich scheinen Teslas dafür ja auch lange genug zu halten. Und nach so langer Zeit ist der ehemalige Kaufpreis eigentlich sowieso egal.

 

Als Alternative gibt es auch die Möglichkeit einen Tesla im Abo zu fahren.

 

Kein Kauf, kein Leasing und trotzdem alles komplett inklusive. Zum Beispiel bei folgenden Anbietern:

Carvolution in der Schweiz:


 

FINN in Deutschland (ACHTUNG: Wohnsitz in Deutschland notwendig):

 

 

Du bist Tesla Einsteiger? Eine kurze Übersicht der Tesla Fahrzeuge findest Du hier.


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