„Was sind Tesla Umbrella Ventile“? Als ich das erste Mal davon hörte, sagte mir das überhaupt nichts. Umso erstaunter war ich, dass es sich um ein sehr wichtiges Thema handelt. Speziell für Besitzer eines „alternden“ Tesla, wie ich es bin.
Die Umbrella Ventile sind ein Teil des Tesla Akkupaketes und haben eine sehr wichtige Funktion. Sie dienen als Druckausgleichventil zwischen Batterie und Umgebung. Wenn sich die Batterie erwärmt, dehnt sich die Luft im Akkupaket aus und kann über diese Ventile entweichen.

Ihren Namen haben diese Ventile aufgrund der Form, denn sie sehen wie kleine Regenschirme aus. Sie befinden sich auf der Unterseite des Akkus hinter einer Abdeckung.

- Was ist das Problem mit den Tesla Umbrella Ventilen?
- Welche Tesla Fahrzeuge sind betroffen?
- Was kann man gegen das Problem tun?
- Kann man das nicht auch bei Tesla machen lassen?
- Was ist mit Model 3 und Y?
- Gibt es eine Möglichkeit, den Zustand der Ventile selbst zu prüfen?
- Ein weiterer Tipp für "Akku-Wellness"
Was ist das Problem mit den Tesla Umbrella Ventilen?
Wenn die Plastikventile älter werden, kann es sein, dass sie aufgrund von Schmutz oder weil sie spröde werden, nicht mehr richtig abdichten. Dadurch gelangt Feuchtigkeit in den Tesla Akku, was wiederum zu Korrosion und Schäden führen kann.
Gelangt Feuchtigkeit in den Akku, tritt früher oder später ein Defekt durch Korrosion und Isolationsfehler an den Batteriezellen ein, der bis zu einem Komplettausfall des Akkus führen kann.
Entsprechend teuer ist ein solcher Schaden, was gerade bei einem so alten Fahrzeug zu einem wirtschaftlichen Totalschaden führen kann.
Es macht daher Sinn, diese Ventile rechtzeitig zu ersetzen und so für eine neue Abdichtung der Batterie zu sorgen.
Welche Tesla Fahrzeuge sind betroffen?
Sehr stark betroffen sind die älteren Pre-Facelift Model S mit 60er, 70er und 85er Akku (Jahrgänge 2013 bis 2015). Aber auch die neueren Facelift Model S und X (2016 bis 2021) können mit der Zeit undichte Ventile aufweisen.
Warum sind die alten Fahrzeuge stärker betroffen?
Bis Baujahr 2015 wurde die erste Version des Akkupacks eingesetzt. Diese hat einen Deckel für die Sicherungen AUF dem Akku, und dieser rostet gerne mal durch, wenn sich dort Wasser sammelt und steht. Neuere Akkupacks haben diese Abdeckung UNTEN, was viel seltener zu einem Problem führt.
Im Prinzip ist es trotzdem empfehlenswert, bei jedem Model S und X nach spätestens acht Jahren diese Ventile zu tauschen, da sie dann porös werden können. Für den Austausch der Ventile muss der Akku selbst zwar aus dem Fahrzeug ausgebaut, aber nicht geöffnet werden.
Natürlich gibt es diese Ventile auch bei neueren Model S und X ab Jahrgang 2021. Eines Tages dürfte das Problem auch dort vorhanden sein.
Was kann man gegen das Problem tun?
Um Schäden durch Feuchtigkeit im Batteriepack zu verhindern, sollten die Ventile rechtzeitig ausgetauscht werden. Als das Problem bekannt wurde, hatte ich bei meinem Tesla-Servicecenter angefragt, ob ich die Ventile austauschen könne. Allerdings wollte man damals nichts von diesem Problem wissen (ich weiß leider nicht mehr, wann das war).
Zwischenzeitlich wurden aber immer mehr Menschen in der Tesla-Community für dieses Problem sensibilisiert, da es auch immer öfter Komplettausfälle von 85er-Akkus gab.
Auf Tesla spezialisierte freie Werkstätten begannen damit, einen Batterieservice anzubieten, der einen Austausch der Ventile beinhaltet. Auch Drucktests werden angeboten, mit denen das Batteriepaket auf Undichtigkeit geprüft werden kann. So kann man feststellen, ob bereits Feuchtigkeit eingedrungen ist.
Wie ein solcher Service aussieht, wird in diesen beiden Videos gezeigt:
Kann man das nicht auch bei Tesla machen lassen?
Im Juli 2025 feierte mein Model S75D „Roadrunner“ seinen achten Geburtstag. Ich beschloss, ihm daher etwas Gutes zu tun und für ein wenig „Akku-Wellness“ zu sorgen. 🙂
Im Internet fand ich ein Service-Manual von Tesla, das den Austausch der Ventile beschreibt (eine Anleitung, die auch der Tesla-Service nutzt).
Also kontaktierte ich erneut das Service-Center über die App und fragte nach dem Austausch der Ventile. Ohne Kommentar wurde mir ein Kostenvoranschlag erstellt.
Da für den Ventiltausch der Akku aus dem Fahrzeug ausgebaut wird, hat mir Tesla empfohlen, gleichzeitig auch die Kühlwasseranschlüsse (Coolant Rapid Mate) zu ersetzen. Der Aufpreis dafür ist relativ gering.
Auch ein separater Drucktest wird offenbar mittlerweile von Tesla angeboten. Der macht vor allem mit den alten Ventilen Sinn, um zu prüfen, ob ein Akku bereits ein Leck hat. Zeigen die alten Ventile Lecks, ist sehr wahrscheinlich bereits Feuchtigkeit eingetreten und der Akku sollte mit dem Ventiltausch unbedingt geöffnet, getrocknet und auf allfällige Schäden geprüft werden.
Wenn beim Ventiltausch sauber gearbeitet wird, kann man eigentlich davon ausgehen, dass der Akku mit den neuen Ventilen dicht ist. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann natürlich auch danach erneut einen Drucktest durchführen lassen.
Was ist mit Model 3 und Y?
Das Akkupaket von Model 3 und Y ist anders aufgebaut als das von Model S und X. Es gibt zwar auch Ventile für den Druckausgleich. Aber sie sind nicht so exponiert wie beim Model S und X. Mir ist nicht bekannt, dass hier etwas ersetzt werden sollte. Außerdem sind Model 3 und Y bisher nicht so alt.
Gibt es eine Möglichkeit, den Zustand der Ventile selbst zu prüfen?
Ohne den Ausbau des Akkus ist das leider nicht wirklich möglich.
Einen interessanten Ansatz dafür habe ich aber im TFF-Forum gefunden. Der User „drstraleman“ hat den Zustand der Ventile seines Teslas mit einem Endoskop überprüft. Videos dazu im Forums-Beitrag.
Ein weiterer Tipp für „Akku-Wellness“
Übrigens hilft Schnellladen auch, den Akku „trocken“ zu halten. Vor allem im Sommer entstehen beim Laden am Supercharger oder anderen Schnellladern hohe Temperaturen im Akku. Dadurch verdunstet Feuchtigkeit und kann aus dem Akkupaket austreten.
Wer also mit seinem Model S und X nie schnelllädt, tut dem Akku nicht unbedingt etwas Gutes.
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