Tesla Wächtermodus und gleichzeitig Musik ab USB Stick
Quelle: Tesla

Tesla Wächtermodus und gleichzeitig Musik ab USB Stick

Der Tesla „Sentry Mode“, auf Deutsch „Wächtermodus“ genannt, ist eine Funktion zur Überwachung gegen Einbruch und Fahrzeug Diebstahl. Aktiviert man den Wächtermodus im geparkten Fahrzeug, wird die Umgebung kontinuierlich von den Fahrzeugkameras überwacht. Sobald Jemand dem Fahrzeug sehr nahe kommt, aktiviert sich der Warnmodus und die Video-Aufzeichnung wird auf einem USB-Stick gespeichert. Eine Nachricht auf dem Bildschirm informiert darüber, dass die Videoüberwachung aktiv ist. Bei größerer Bedrohung, zum Beispiel beim Einschlagen eines Fensters, wird die Alarmanlage aktiviert. Gleichzeitig wird aus den Lautsprechern Musik auf maximaler Lautstärke wiedergegeben, um Aufmerksamkeit zu erregen. Folgender Link zeigt ein nicht ganz ernst gemeintes Demo-Video von Tesla:

Benötigte Datenmengen auf dem USB Stick

Die Video-Aufzeichnungen des Wächtermodus werden gleich wie bei der Dashcam Funktion auf einem USB-Stick gespeichert. Dieser muss an einem der beiden vorderen USB-Ports angeschlossen sein. Mit Dashcam oder Wächtermodus werden die Aufnahmen der Frontkamera und der beiden seitlich nach hinten gerichteten Kameras gespeichert. Eine Minute Bildaufzeichnung benötigt 30 MB Speicherplatz pro Kamera. Da die Dashcam während der Fahrt nur 60 Minuten speichert und danach die ältesten Daten überschreibt, ergibt sich folgender Platzbedarf für die Dashcam Funktion auf dem USB-Stick:

60 Minuten * 30 MB * 3 Kameras = ~5400 MB (=5.4 GB) für eine Stunde Daueraufzeichnung der Dashcam.

10 Minuten * 30 MB * 3 Kameras = ~900 MB (=0.9 GB) für eine manuelle 10-Minuten Aufzeichnung durch Drücken des Dashcam Buttons.

Der Wächtermodus speichert pro erkannte Bedrohung ebenfalls 10 Minuten Videomaterial von drei Kameras. Das bedeutet 900 MB pro Vorfall. Ein zu kleiner USB-Stick kann also sehr schnell voll werden. Außerdem können die gespeicherten Videos des Wächtermodus nicht im Fahrzeug gelöscht werden. Dies funktioniert zurzeit nur, indem man den Stick an einem PC einsteckt und die Dateien manuell löscht.

Um die Videos nicht ständig löschen zu müssen, empfiehlt es sich folgende USB-Stick-Größe zu verwenden:
64 GB für Dashcam und 1-2x pro Woche Wächtermodus Verwendung.
128 GB für Dashcam und häufige Wächtermodus Verwendung.
256 GB für Dashcam und tägliche Wächtermodus Verwendung.

Empfohlene Produkte

Für Video Aufzeichnungen ist der Stick sehr vielen Schreibzugriffen ausgesetzt und sollte ausreichend hohe Werte für die Schreibgeschwindigkeit aufweisen. Da der Stick durch die vielen Schreibzyklen stark belastet wird, sollten nur USB3 Sticks von Markenherstellern verwendet werden. Wenn der Hersteller mehr als 2 Jahre Garantie bietet, ist das ein noch besseres Zeichen bezüglich der Qualität.

Schreibgeschwindigkeiten ab 25 MB/s funktionieren, können aber teilweise zu einzelnen Bildstörungen in den Videos führen, wenn der Stick die Videos nicht schnell genug wegschreiben kann. Ideal ist eine Geschwindigkeit ab 40 MB/s.

Folgende USB-Sticks funktionieren mit dem Wächtermodus und wurden in Foren oder auf Facebook von Tesla Fahrern getestet und empfohlen:

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Schreiben: 25 MB/s
Lesen: 150 MB/s


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Schreiben: 25 MB/s
Lesen: 200 MB/s


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Schreiben: 55 MB/s
Lesen: 130 MB/s


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Schreiben: 70 MB/s
Lesen: 180 MB/s


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Schreiben: 140 MB/s
Lesen: 210 MB/s


Die Alternative: SDCard

In Internet Foren schwören manche Tesla Fahrer auf eine SD-Speicherkarte anstelle eines USB-Sticks. Da SD-Karten in Fotoapparaten eingesetzt werden und dort auch hohe Schreibgeschwindigkeiten wichtig sind, funktionieren sie auch für die Dashcam und den Wächtermodus sehr gut. Man benötigt dazu einen Kartenleser:

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Im Kartenleser verwendet man zum Beispiel eine der folgenden SD-Karten mit 100 MB/s Schreibgeschwindigkeit. Das ist dann sozusagen die Highspeed Variante zum Standard USB-Stick. Wichtig ist auch hier, dass man die SD-Karten mit dem Dateisystem FAT32 oder ext4 formatiert, sonst sind sie im Fahrzeug nicht lesbar. (Anleitung zum formatieren)

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Die kurzen USB-Sticks bieten den Vorteil, dass sie im Auto praktisch nicht sichtbar sind. Je nachdem wie oft man den Wächtermodus einsetzt und wie selten man plant die alten Videos vom Stick zu löschen, sollte man ein Gerät mit ausreichend Speicherplatz verwenden.

Eine hohe Lesegeschwindigkeit macht sich nur beim Kopieren von Videos auf den PC positiv bemerkbar, bringt aber im Fahrzeug keine Vorteile.

Filme im Auto betrachten

Wer die Filme im Auto betrachten will, kann das zurzeit leider noch nicht über den Tesla machen. Mit einem der folgenden „USB on-the-go“ Adapter kann der Stick aber in das Smartphone eingesteckt werden und die Filme können dort betrachtet werden.

Android Smartphone on-the-go Adapter

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Für Smartphone mit USB-C Stecker


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Für Smartphone mit Micro-USB Stecker


TeslaCam Video Viewer App

Noch komfortabler ist es die Filme aller drei Kameras gleichzeitig mit dem „TeslaCam Viewer“ Android-App zu betrachten. Leider existiert zurzeit noch keine solche App für das iPhone, man kann sich aber per EMail erinnern lassen, sobald die App veröffentlicht wurde. Die gleiche Funktion für den PC zu Hause bietet diese Webseite an.

Apple iPhone on-the-go Adapter

Für iPhone Besitzer ist eventuell der folgende Stick interessant. Damit lassen sich die Videos direkt auf dem Smartphone betrachten, ohne einen on-the-go Adapter zu verwenden.

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Für normale USB-Sticks eignet sich folgender iPhone „on-the-go“ Adapter:

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Bitte beachten Sie, dass manche USB-Sticks mit dem Adapter nicht funktionieren, da vom iPhone zu wenig Strom bereitgestellt wird. Mehr Details in der Produktbeschreibung. 

Drahtloser Stick

Der folgende Stick lässt sich drahtlos mit dem Handy auslesen, unabhängig davon, ob er im Tesla eingesteckt ist oder nicht. Wichtig zu bedenken: Jeder, der die SANDisk App auf seinem Mobiltelefon installiert, kann den Stick auslesen, sofern er eingeschaltet ist. Es gibt keine Sicherheit durch Passwort, etc.
 

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Das iPhone App „SentryView“ kann für den SanDisk Connect Stick verwendet werden um die Videos direkt zu betrachten.

Zuwenig USB-Ports?

Da für Video-Aufzeichnung und Musik hören ab USB nicht der gleiche USB-Stick verwendet werden kann, sind zwei USB-Sticks notwendig um beide Funktionen gleichzeitig nutzen zu können. Dadurch sind aber beide USB-Ports belegt und es bleibt kein Anschluss für das eventuell vorhandene Mobiltelefon Ladegerät übrig. Abhilfe schafft hier ein passiver USB Hub. Damit können zwei USB-Sticks am Hub direkt an einem Port im Auto angeschlossen werden. Der zweite Port bleibt so für das Qi Ladegerät* frei. Folgende USB-Hubs wurden von Model 3 Fahrern getestet:

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Eine andere Variante um einen USB-Port zu sparen ist das Partitionieren eines USB-Sticks. Dadurch lassen sich Videos und Musik auf dem gleichen Stick nutzen. Allerdings riskiert man seine Musikbibliothek zu verlieren. Zurzeit ist es noch so, dass ein durch viele Wächtermodus-Videos voll gelaufener Stick meistens nicht mehr lesbar ist und neu formatiert werden muss. Eine Anleitung zum formatieren finden Sie hier.

Wächtermodus und Autopilot AP2.0 Hardware

Bei Model S und Model X Fahrzeugen funktioniert der Wächtermodus ab Software Version 2019.12. Allerdings scheint er im Moment noch in einer limitierten Version zu arbeiten. Das System überwacht die Umgebung und reagiert auf potenzielle Bedrohungen, die Videos werden aber zurzeit noch nicht auf dem USB-Stick aufgezeichnet.

Laut Tesla Support können Tesla Fahrzeuge mit AP2.0 Hardware noch keine Videos aufzeichnen, solange die Hardware nicht auf AP3 umgebaut wurde. Wer die zusätzliche Option „volles Potenzial für autonomes Fahren“ kauft, erhält die AP3 Hardware ab zirka Ende 2019 kostenlos.


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