Tesla Model 3 Preis
Bildquelle: Tesla

Tesla Model 3 Preis

Das Tesla Model 3 war bisher das am meisten erwartete Modell von Tesla. Bietet es doch die Möglichkeit zu einem günstigeren Preis in die Elektromobilität von Tesla einzusteigen. Immer öfter liest man aber von starken Preis-Schwankungen und dadurch unzufriedenen Kunden. Was steckt dahinter und lohnt es sich mit einem Kauf zuzuwarten?

Tesla Model 3 Preis

Zurzeit sieht die Preisstruktur beim Model 3 im September 2019 wie folgt aus (Preise ohne Bearbeitungsgebühr von 970 EUR):

Fahrzeug Variante:Preis (September 2019):
Model 3 Standard Reichweite PlusCHF 44'990 / EUR 43'390
Model 3 Maximale ReichweiteCHF 54'990 / EUR 51'390
Model 3 PerformanceCHF 59'990 / EUR 55'390

Wenn Sie diesen Artikel lesen, sind diese Preise vielleicht schon wieder veraltet. Aber auch wenn es nicht so scheint, macht Tesla das Model 3 mit sinkenden Akkupreisen Schritt für Schritt günstiger. Bei der Markteinführung in Deutschland im Februar 2019, war die günstigste Model 3 Version das „Maximale Reichweite“ Modell für 53.280 EUR inklusive 970 EUR Bearbeitungsgebühr (Quelle: Wikipedia). In der Schweiz kostete dieses Modell bei Einführung 59.400 CHF. Sechs Monate später hat Tesla den Model 3 Preis dieser Variante bereits um rund 1000 EUR gesenkt und zusätzlich dazu das günstigere „Standard Reichweite Plus“ Modell eingeführt. Ausserdem musste der Autopilot damals im Frühjahr für 3000 EUR in Form der Option „Erweiterterte Autopilot-Funktionalität“ (EAP) noch dazu gekauft werden. Heute ist der Basis Autopilot in einem gegenüber EAP leicht reduzieren Umfang kostenlos im Basispreis des Fahrzeuges enthalten.

Noch viel grössere Schwankungen zeigen sich bei den Performance-Modellen. Hier scheint Tesla klar zu bestimmten Zeiten die Nachfrage mit Preissenkungen zu stimulieren. Unglücklicherweise konnte es in der Vergangenheit bei einem schlechten Timing tatsächlich passieren, dass ein Fahrzeug dieser teureren Kategorien bereits wenige Monate nach dem Kauf für rund 10’000 EUR weniger angeboten wurde.

Wann also kaufen?

Tesla ist ein börsenkotiertes Unternehmen an der amerikanischen Börse Nasdaq und muss deshalb quartalsweise Bilanzen und Verkaufszahlen vorlegen. Um die Aktionäre bei Laune zu halten wird immer wieder beobachtet, dass die Verkäufe vor allem gegen Ende eines Quartals massiv mit Aktionen angekurbelt werden. Auch im dritten Quartal 2019 ist das zum Beispiel in USA der Fall. Dort werden Model 3 vorübergehend bis Ende September mit zwei Jahren kostenlosem Supercharging verkauft.

Wenn man dieses Hin und Her der Preise über einen längeren Zeitraum beobachtet, zeigt sich, dass oft in der zweiten Quartalshälfte die Preise gesenkt werden oder irgendwelche Sonderangebote bis Quartalsende lanciert werden. Dies vermutlich mit dem Ziel eine möglichst hohe Anzahl Verkäufe in kurzer Zeit zu erreichen.

Oft werden die Umsätze auch mit der Verknappung einer Option gesteigert. Zum Beispiel wurde so mehrmals das kostenlose Supercharging beim Model S und X per Datum beim Kauf für Neuwagen entfernt und später doch wieder eingeführt. Auch beim früheren „Erweiterterte Autopilot-Funktionalität“ (EAP) und dem heutigen „Volles Potenzial für autonomes Fahren (FSD)“ schwanken die Preise in unregelmässigen Abständen. Bei Model S und X wurden die Varianten mit Standard Reichweite (75 kWh) bereits zum zweiten Mal auf Ankündigung aus dem Angebot entfernt, um vermutlich die Verkäufe nochmals zu steigern, bevor diese Variante nicht mehr erhältlich ist. Auch hier ist unklar, ob sie in Zukunft erneut eingeführt werden. Falls ja, würde es wieder den günstigeren Einstieg in diese Fahrzeugklassen ermöglichen.

Wer unmittelbar NACH einer Preisreduktion ein Fahrzeug kauft, trifft in der Regel einen guten Moment. Zwei Preisreduktionen innerhalb kurzer Zeit gab es meines Wissens noch nie. Wer FSD nicht gleich mit dem Fahrzeug mitgekauft hat und es trotzdem nachträglich möchte, kauft es am besten unmittelbar VOR einer angekündigten Preiserhöhung dieser Option. Oder man bringt Geduld mit und wartet sogar auf eine überraschende Preisreduktion beim FSD. Die gab es auch bereits mehrmals. Allerdings meistens nur für wenige Wochen.

Sind diese Preise teuer?

Auf den ersten Blick erscheinen über 40’000 EUR für ein Auto sehr teuer. Was aber oft vergessen wird, sind die Vorteile, die ein Elektroauto gegenüber einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor bietet. Dadurch sinken nämlich die Betriebskosten eines Fahrzeuges massiv. Schlussendlich ist ein Tesla in der Vollkostenrechnung sogar günstiger als ein vergleichbarer Verbrenner. Folgende Unterschiede werden oft beim Vergleich der Preise nicht bedacht:

  • Strom ist wesentlich günstiger als Benzin oder Diesel. Das Model 3 hat bei sparsamer Fahrweise einen Verbrauch von rund 15 kWh pro 100 Km. Bei einem Stromtarif von 29 Cent/kWh sind das 4,35 EUR pro 100 Km. Für die Schweiz würden die Kosten beim einem Strompreis von 25 Rappen pro kWh bei 3,75 CHF pro 100 Km liegen. Die Preise für das Laden am Supercharger sind für das Model 3 ähnlich. Noch besser fährt man, wenn man gratis Strom tankt. Zum Beispiel beim Arbeitgeber, wenn er Elektromobilität unterstützt. Oder als Eigenheimbesitzer von der einer Photovoltaik-Anlage.
  • Elektroautos benötigen weniger Wartung. Dadurch sinken auch die Betriebskosten. Rechnen Sie sich aus welche Servicekosten Sie in den ersten 10 Jahren für ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor aufbringen müssen. Mehr Informationen zu den Tesla Wartungskosten finden Sie hier.
  • Oft werden Elektroautos steuerlich begünstigt. Dies dient aktuell noch zur Förderung der Elektromobilität. Natürlich wird dies nicht für immer so bleiben. In Deutschland gibt es zum Beispiel den BAFA Umweltbonus und in Österreich die Umweltförderung. In der Schweiz zahlen Elektroautos je nach Kanton weniger oder keine Verkehrssteuern.
  • Im Tesla Model 3 Preis sind bereits sehr viele Extras in der Grundausstattung enthalten, die bei anderen Herstellern aufpreispflichtig sind. Um fair zu vergleichen, muss man diese Extras ebenfalls dazu rechnen. Ausserdem sind einige Ausstattungsmerkmale beim Verbrenner nur schwer erhältlich (zum Beispiel die Standheizung und die Vorklimatisierung via Mobiltelefon-App). Alain Veuve hat dazu einen interessanten Vergleich gemacht. Das Model 3 wird in einem fairen Vergleich von praktisch keinem anderen Hersteller bezüglich Anschaffungskosten geschlagen. Werden dazu noch die günstigeren Betriebskosten berücksichtigt, sinkt die Vollkostenrechnung weiter.

Wer Preise vergleicht. Sollte nicht nur die Anschaffungskosten betrachten, sondern immer die Vollkostenrechnung aus Anschaffung und Betriebskosten (Versicherung, Treibstoff, Service, usw.) vergleichen.

Fazit

Natürlich sollte man sich keine Illusionen machen. Technologie wird immer billiger. Das ist so und wird immer so bleiben. Erinnern Sie sich an die ersten Flachbildschirm-Fernseher? Die kosteten ein Vermögen. Heute können Sie viel grössere, bessere und billigere Geräte kaufen. Aber das hört niemals auf. Auf vermeintlich günstigere Technologie kann man ewig warten, denn es wird immer etwas Besseres geben als das, was man vor wenigen Jahren gekauft hat. Vermutlich wird auch irgendwann die Model 3 „Standard Reichweite“ Version für 35’000 USD angeboten werden. Schlussendlich ist alles eine Frage des Preises der Akkuzellen. Und dieser kennt durch effizientere Fertigung und neuere Technologie nur eine Richtung: nach unten.

Wer bezüglich des Restwertes eines Tesla Bedenken hat, sollte vielleicht besser ein Leasing mit vordefiniertem Rückkaufpreis an Stelle eines Barkaufs bevorzugen. Wer hingegen plant das Fahrzeug sehr lange zu fahren, ist mit dem Barkauf besser bedient. Schliesslich scheinen Teslas dafür ja lange genug zu halten. Und dann ist der ehemalige Kaufpreis eigentlich sowieso egal.

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