Tesla als Mieter zuhause laden
Bildquelle: Tesla

Tesla als Mieter zuhause laden

Einen Tesla zuhause laden zu können ist ein wichtiger Faktor bei der Kaufentscheidung für das Elektroauto. Natürlich kann man einen Tesla auch ohne eine Lademöglichkeit zuhause fahren, dies ist aber etwas weniger komfortabel, da dann das Laden extern oft geplant werden muss. Mit einer Lademöglichkeit daheim ist es vergleichbar wie bei einem Handy. Man denkt gar nicht mehr darüber nach, sondern steckt am Abend einfach den Stecker ein und fährt jeden Morgen voll los. Eine Tankstelle besucht man höchstens noch zum Scheiben reinigen.

In der Schweiz wohnen 56 % der Bevölkerung in Mietverhältnissen. Entsprechend groß ist der Bedarf an Lademöglichkeiten in Tiefgaragen oder für Laternenparker. Für Letzteres stehen der Staat, beziehungsweise die Städte- und Gemeindeverwaltungen zusammen mit den Energiekonzernen in der Pflicht die Situation zu verbessern. Bei Parkplätzen von Mietwohnungen lohnt es sich aber durchaus selbst etwas Überzeugungsarbeit zu leisten. Mit den richtigen Argumenten lassen sich die eigene Immobilien-Verwaltung, beziehungsweise die Eigentümer Gemeinschaft, eventuell für die Elektromobilität gewinnen. Auch wenn man die private Lademöglichkeit zu hundert Prozent aus der eigenen Tasche bezahlen möchte, benötigt man trotzdem die Zustimmung des Vermieters, beziehungsweise bei Stockwerk Eigentum das OK der Eigentümer Gemeinschaft.

Muss mir der Vermieter eine Stromleitung legen?

Nein, das muss er nicht. Aber man kann mit guten Argumenten viel erreichen. Eine Ladestation in einer großen Garage kann in Zukunft vielleicht auch anderen Mietern zugutekommen, sobald Elektrofahrzeuge populärer werden. Mit steigender Anzahl Fahrzeuge wird sich das wie früher bei den Geschirrspülern entwickeln. Eine Wohnung mit dieser Ausstattung ist auf dem Markt einfach gefragter.

Die Erfolgschancen den Besitzer für eine Ladestation zu überzeugen hängen natürlich auch mit dem baulichen Aufwand zusammen. Wenn man nur eine neue Stromleitung in einem Aufputz Kanal ziehen muss, ist es einfacher als, wenn durch mehrere Wände gebohrt und über große Distanzen Kabel verlegt werden müssen.

Haben Mieter Druckmittel?

Man kann natürlich erwähnen, dass man sich bei einem Nein nach einer neuen Wohnung umschauen wird. Je nach Lebenssituation ist das sinnvoll, sofern ein Umzug nicht ins Gewicht fällt. Aber eine Drohung ist in der Regel nicht besonders wirkungsvoll und verschlimmert vermutlich nur die Situation und das Mieter/Vermieter Verhältnis.

Planung: Tesla zuhause wie laden?

Tesla bietet verschiedene Möglichkeiten, mit denen man das Fahrzeug auch zuhause laden kann. Unterschiede und Tipps dazu in diesem Beitrag. Selbst eine einfache Haushaltssteckdose ist besser als gar keine Lademöglichkeit. Wie lange es dauert einen Tesla zu laden zeigt die Tabelle in diesem Artikel.

Um die Verwaltung oder Eigentümerschaft zu überzeugen ist es aber wichtig, dass man einen professionellen Vorschlag macht. Darum ist es sehr empfehlenswert bereits vorab die Unterstützung eines qualifizierten Elektrikers beizuziehen. Er kann sich die Situation vor Ort anschauen und eine professionelle Offerte für eine Lösung erstellen, die man der Verwaltung gleich mit der Anfrage für eine Ladestation präsentieren kann. Außerdem besteht dann auch sofort Klarheit über die ungefähren Kosten. Auf der Homepage von Tesla findet man Kontaktdaten für Elektriker Fachgeschäfte, die von Tesla empfohlen werden. Theoretisch kann es ein beliebiger Elektriker sein, aber die Tesla Partner kennen die exakten Spezifikationen und Anforderungen von Tesla.

Ich hatte das in meinem Fall genauso gemacht, bevor ich mein Model S gekauft habe. Der Elektriker hatte mir damals kostenlos eine Offerte erstellt. Darin enthalten waren neben exakter Auflistung der notwendigen Komponenten, auch Preise und sogar Fotos der Situation in meiner Garage. Auf den Bildern hat er die geplanten Leitungen und die Ladestation mit einem Bildbearbeitungstool eingezeichnet und kommentiert. So kann auch ein Laie sofort erkennen worum es genau geht. Ausgestattet mit solchen professionellen Unterlagen hat man viel bessere Chancen zu überzeugen und sein Ziel zu erreichen.

Was sollte man durch den Elektriker klären lassen?

Durch den Elektriker sollte man Folgendes klären lassen bevor man mit dem Vermieter spricht. Wer möglichst gut vorbereitet ist, hat auch bessere Argumente und kann sich besser verkaufen:

  • Wie kommt der Strom zu Ladestation? Wie sieht die Kabelführung genau aus?
  • Wo müssen allfällig Wanddurchbrüche für das Kabel und Kabelführungen durch Keller Flure erstellt werden?
  • Wer bezahlt den Strom? Im Idealfall wird die Zuleitung der Ladestation/Steckdose am Verteilertableau direkt auf den Zähler der eigenen Wohnung angeschlossen. Falls dies nicht möglich ist, wäre ein separater Stromzähler eine Alternative, die aber auch mit Mehrkosten verbunden ist. Oder man trifft im schlechtesten Fall eine Abmachung mit der Verwaltung bezüglich einer Pauschale. Daran ist aber die Verwaltung vermutlich am wenigsten interessiert. Und einfach Allgemeinstrom laden dürfte die Nachbarschaft nicht akzeptieren.
  • Ist es sinnvoll ein Last-Management zu berücksichtigen? Falls später weitere Fahrzeuge elektrisch fahren, wäre es möglicherweise sinnvoll die Installation direkt auf ein mögliches Last-Management auszurichten. Das kann zu Mehrkosten führen, aber man zeigt damit auch, dass man sich nicht nur egoistisch für seine Lademöglichkeit interessiert, sondern gemeinsam mit dem Hausbesitzer einen Kompromiss in der Lösung anstreben möchte.

Argumente für die Verwaltung/Eigentümergemeinschaft

  • Aufwertung der Wohnung durch zusätzliche Infrastruktur (ein zukünftiger Mieter könnte es attraktiv finden, wenn der Parkplatz über einen Stromanschluss verfügt)
  • Förderung von Umweltschutz durch Elektromobilität. Dazu eignet sich auch folgendes PDF von Martin Rotta ideal als Informationsquelle.
  • Wer den Antrag schriftlich einreichen möchte, findet in diesem Beitrag im TFF Forum eine grobe Vorlage für ein Schreiben an die Verwaltung.
  • Außerdem bietet „Swiss eMobility“ ein Merkblatt was man alles zu dem Thema beachten sollte.

Was ist sonst noch zu beachten?

Wichtig ist es eine Bewilligung des Vermieters schriftlich festzuhalten. Ist die Zusage bloß mündlich, bekommt man eventuell bei einem Vermieter Wechsel Probleme.

Wie ich es erlebt habe

Ich wohne in einem Mehrfamilienhaus mit vier Parteien zur Miete. Als ich mich dafür entschieden hatte einen Tesla zu kaufen, habe ich vor dem Fahrzeugkauf einen von Tesla empfohlenen Elektriker beauftragt mir eine Offerte für eine Lademöglichkeit zu erstellen. Wir haben uns die Situation angeschaut und ich schilderte meinen Wunsch für eine 3-Phasen Lademöglichkeit mit mindestens 11kW für ~55Km Ladung eines Model S pro Stunde. Der Elektriker hat in Absprache mit mir eine Lösung mit dem Tesla Wall Connector als Ladestation offeriert, da diese Ladestation ein sehr gutes Produkt mit einer guten Preis-Leistung ist. Den mit dem Fahrzeug mitgelieferten UMC Adapter hätte ich auch verwenden können, aber den wollte ich lieber im Fahrzeug lassen, falls ich ihn unterwegs benötige. Jedes Mal nach dem Laden den UMC einpacken und später wieder auspacken war mir zu umständlich.
Der Plan war im Heizungsraum am Verteiler Tableau das Stromkabel direkt auf meinen Wohnungszähler anzuschließen. Durch drei Wände, beziehungsweise zwei Mieter Keller hindurch würde das Kabel dann über etwa 20 Meter Länge an der Decke entlang bis in die Garage verlegt werden. Natürlich alles professionell mit Kabelkanälen und FI Absicherung gemäß Tesla’s Vorgaben. Diesen Vorschlag habe ich dann mit der Verwaltung besprochen.

Meine Verwaltung hat sich zwar nicht an den Kosten für diese Lademöglichkeit beteiligt. Sie hat mir aber immerhin die Erlaubnis erteilt diese Installation so durchführen zu lassen. Die Nachbarn hatten dabei keinen Einfluss, da sie ebenfalls nur zur Miete im Haus wohnen (der Besitzer wohnt nicht im Haus).

Somit konnte ich mein Ziel, endlich Tesla fahren zu können, doch noch erreichen!

Fazit

Wer sich gut vorbereitet und vorab Informationen sammelt, kann durchaus erfolgreich seinen Vermieter oder die Eigentümer Gemeinschaft von der Elektromobilität überzeugen. Natürlich braucht es manchmal auch etwas Glück, aber je weiter die Elektromobilität voran schreitet, desto einfacher wird es werden.

 

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