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Tesla umweltfreundlich Umweltbilanz Ökobilanz

Bildquelle: Tesla

So umweltfreundlich ist ein Tesla. Antworten zur Tesla Ökobilanz.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde erstmals im Januar 2019 veröffentlicht und zuletzt im Oktober 2021 aktualisiert und ergänzt. Oft wird darüber diskutiert, wie umweltfreundlich ein Tesla oder generell alle Elektroautos sind. Die Umweltbilanz, respektive Ökobilanz bei der Herstellung ist dabei nur ein Faktor. Auch bei der  Verwendung des Fahrzeugs ist die Bilanz anders als beim Verbrenner. In den Medien gehen die Meinungen darüber, welche Informationen wirklich wahr sind und was nur Fake News der Gegner von Elektromobilität sind, sehr weit auseinander.

Schlussendlich gibt es tatsächlich verschiedene Akteure am Markt, die unterschiedliche Interessen mit der Kommunikation von Informationen verfolgen. Erdöllobby und Co versuchen oft die Tatsachen zu verschleiern und Elektromobilität schlechter dastehen zu lassen, als sie ist. Mit diesem Beitrag versuche ich auf einfache Art und Weise etwas Licht in das Dunkel zu bringen, indem ich grundlegende Fakten zu der Ökobilanz eines Tesla zusammengetragen habe.

Die Herstellung des Fahrzeugs

Für die Herstellung jeglicher Motoren oder Fahrzeuge ist Energie erforderlich. Im Fall von Tesla wird im Kontext der Ökobilanz hauptsächlich auf die energiehungrige Herstellung des Akkus verwiesen. Ich frage mich, wer das denn wirklich so exakt und pro Fahrzeug berechnen kann (vermutlich nicht einmal Tesla selbst). Schlussendlich ist den Analysten dieser „Studien“ vermutlich in vielen Fällen weder die Herkunft der zur Herstellung aufgewendeten Energie, noch die tatsächlich pro gebaute „Akku-Einheit“ verwendete Energiemenge bekannt. Vieles ist hier nur Annahme, Hochrechnung und Durchschnitt (bei der Berechnung für Herstellung von Verbrennerfahrzeugen übrigens genauso). Man vergleicht daher vielfach in den sogenannten Studien einfach nur Äpfel mit Birnen. Man muss sehr vorsichtig sein, aus welcher Quelle eine solche Studie kommt. Oft hat der Ersteller ein bestimmtes Interesse, das er verfolgt, oder einen Arbeitgeber, der wiederum ein Interesse hat und die Studie nutzt, um die Meinung anderer zu beeinflussen.

 
 

Ein weiterer Aspekt sind seltene Materialien zur Herstellung der Fahrzeuge, wie zum Beispiel Kobalt.  Kobalt ist ein seltenes Metall, das nicht neu ist. Bereits im Mittelalter wurde es zum Färben von Glas und Keramik verwendet. Heutzutage findet Kobalt vorwiegend in hochbelasteten Werkteilen Verwendung, die hohe Temperaturen aushalten müssen. Zum Beispiel als Legierung von Turbinenschaufeln in Flugzeugtriebwerken und Gaswerken. Früher wurde es auch für magnetische Datenträger (Tonband- und Videokassetten) verwendet. In Akkus wird Kobalt seit den 1990er Jahren eingesetzt, um die Energiedichte zu erhöhen und so mobile Geräte überhaupt erst möglich zu machen. Kobalt wird also gar nicht speziell nur für Elektroautos benötigt, wie das oft in den Medien dargestellt wird. Jedes Handy, jedes Notebook und jedes andere Gerät mit einem Lithium-Ionen-Akku enthält seit Jahren Kobalt. Und das ist nicht alles:

Diese interessante Grafik zeigt, wo Kobalt überall sonst, außer in Akkus verwendet wird. Im Jahr 2017 wurde nur 46% der Kobaltnachfrage für die Herstellung von Batterien verwendet.

Es ist also bei Weitem nicht so, wie es immer dargestellt wird, dass Kobalt nur für Elektroautos verwendet wird. Richtig bewusst wird einem das richtig, wenn man sich den folgenden Beitrag durchliest: Warum es meistens unerträgliche Heuchelei ist, wenn Besitzern von E-Autos das Kobalt in den Akkus vorgerechnet wird.

Mittlerweile ist sogar so, dass die Elektroautohersteller für ihre Fahrzeuge Akkus mit immer weniger Kobalt bis hin zu Kobalt-freien Produkten verwenden. Die Hersteller sind also einerseits sehr daran interessiert, die verwendeten Mengen an Kobalt laufend zu reduzieren und andererseits kommt auch nicht jede Kobalt-Lieferung aus einem Land, in dem es unter menschenunwürdigen Methoden gefördert wurde. Tesla kommt mittlerweile in den meisten Elektroautos sogar ganz ohne Kobalt aus und gilt damit sogar unter Elektroautos im Vergleich als besonders umweltfreundlich. Die Tendenz ist also in der ganzen Branche klar fallend. Hier wird von den Medien einmal mehr der Teufel an die Wand gemalt und mit Fake News gearbeitet.

Schlussendlich müssen aber natürlich auch die bei der Herstellung der Akkus entstehenden Schadstoffe und Emissionen berücksichtigt werden. Auch dabei muss man für einen fairen Vergleich aber berücksichtigen, dass Verbrenner Fahrzeuge und Motoren auch nicht ohne Emissionen hergestellt werden können. Aber ein Fakt ist und bleibt unbestreitbar: Ein Elektrofahrzeug produziert lokal vor Ort in Betrieb Null Emissionen. Weder CO₂ noch schädliche Stickoxide oder sonstige Abgase. Ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor wird dieses Level aber nie erreichen. Also warum sollte man sich freiwillig vergiften?

Fahrzeug Emissionen im Vergleich pro km

Das BEV (Elektroauto) schneidet definitiv am besten ab. – Bildquelle: umweltbundesamt.at

Um zu zeigen, wie umweltfreundlich ein Tesla ist, wurden außerdem mit dem Impact Report 2020 eigene Daten durch Tesla veröffentlicht. Ein in Kalifornien gefertigtes Model 3 soll laut dem Bericht schon nach rund 8600 Kilometern weniger CO2-Emissionen verursachen als ein durchschnittliches Verbrenner-Auto aus der mittelgroßen Premium-Klasse. Diese Berechnung bezieht sich auf den weltweiten Durchschnitt an Tesla Fahrzeugen nach den Verkaufszahlen auf den unterschiedlichen Märkten.

Der Stromverbrauch für den Antrieb

Natürlich macht es auch einen Unterschied aus welcher Quelle der Strom für den Vortrieb des Fahrzeugs kommt. Idealerweise ist es Strom aus erneuerbaren Energien, der auch mit möglichst wenig Treibhausgas Emissionen wie zum Beispiel CO₂ produziert wurde. Das liest sich einfach, aber natürlich ist auch dieses Thema sehr komplex. Denn das Solar-Panel wurde zum Beispiel auch mit irgendwelchem Strom produziert, transportiert, usw. (vielleicht Kohlestrom?). Und die erzeugte Energie wird irgendwie von A nach B transportiert (und das bringt Verluste). Hier unterschieden sich die verschiedenen Stromquellen ebenfalls.

 

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Aber Fakt ist: Das Erdöl wird auch nicht ohne Energieaufwand und Emissionen gefördert, raffiniert und zur Tankstelle transportiert. Es gibt aber einen wesentlichen Unterschied: Erdöl, das einmal verbrannt wurde, ist unwiederbringlich verloren (außer man möchte ein paar Millionen Jahre warten). Für die Umweltbilanz ist das Verbrennen im Automotor schlichtweg die schlimmste Form von Energiegewinnung, deshalb gibt es auch keinen Tesla als Hybrid Fahrzeug. Mir scheint das nur konsequent, was Tesla hier macht.

Wenn man sich wirklich detaillierter mit dem Thema Emissionen bei Fahrzeugen auseinandersetzt, stellt man fest, dass das Verbrennen einer begrenzten fossilen Ressource mit gleichzeitiger Emission von gesundheitsschädlichen Substanzen in unsere Atmosphäre einfach keinen Sinn ergibt. Außerdem kann man einen Verbrennungsmotor, bezogen auf die Energieeffizienz, heutzutage auch nicht mehr wirklich als moderne Technologie bezeichnen.

Die folgende Grafik zeigt die Effizienz verschiedener Varianten, wie man ein Fahrzeug mit der Energie für 100 Kilometer Reichweite „befüllt“:

Energieeffizienz von Fahrzeugantrieben. Wie sauber ist ein Tesla?

Quelle: Well-To-Wheels Report European Commission

In diesem Beispiel erkennt man auch hervorragend, dass etwa die Brennstoffzelle mit Wasserstoff (Violett) ebenfalls eine sehr ineffiziente Variante darstellt, ein Fahrzeug anzutreiben.

Die Herstellung von Wasserstoff ist alles andere als effizient. Der Energieverlust ist viel zu groß. Selbst, wenn von Überschuss-Solarstrom die Rede ist. Warum sollte man den Strom für die Herstellung von Wasserstoff verschwenden, wenn man ihn auch direkt in die Batterie laden kann?

Effizienz Vergleich verschiedener Antriebsarten Elektromotor Wasserstoff Brennstoffzelle Synthetischer Kraftstoff

Bildquelle: BMU (deutsches Umweltministerium)

 

Die folgende Grafik zeigt den Unterschied beim „tanken“ zwischen einem reinen Elektroauto und einem Wasserstoff Auto nochmals ganz vereinfacht. Wie kann eine Technologie mit einer solchen Komplexität wie die Brennstoffzelle besser und effizienter sein als eine so einfache Technologie wie das Elektroauto?

Brennstoffzelle vs. Elektroauto

Elektroauto im Vergleich zur Brennstoffzelle (Wasserstoff)

Das ist schlichtweg nicht möglich und der Grund, warum die Brennstoffzelle mit Wasserstoff immer wieder ein Thema ist, ist meiner Meinung nach nur die veraltete Denkweise, dass man „etwas“ in einen „Tank“ seines Fahrzeugs füllen muss. Außerdem kann man sich natürlich sehr gut vorstellen, dass alle diejenigen, die heute Geld mit diesem Vertriebsmodell verdienen, kein Freund davon sind, auf diese goldene Gans zu verzichten. (Erdölkonzerne, Raffinerien, Erdöl- und Benzin-Transport bis hin zur Tankstelle, die durch das Elektroauto ebenfalls obsolet wird.

Vielen Menschen, die Elektroautos und speziell Tesla schlechtreden, geht es gar nicht darum, ob etwas umweltfreundlich ist oder nicht. Es geht in solchen Fällen eigentlich immer ums Geld.

Einen tollen Vergleich zum Wirkungsgrad des Verbrennungsmotors erzählt der Zukunftsforscher Lars Thomsen in diesem Video:

Wie gesagt, das Thema ist sehr komplex und ich will es hier auch nicht weiter im Detail aufführen, denn im Internet finden sich bereits sehr viele Informationen dazu. Sehr nützliche Informationen und weitere Details zum Thema Elektroautos und ökologische Aspekte findet man zum Beispiel in der erstklassigen Zusammenfassung von Martin Rotta. Sie ist leider nicht mehr ganz aktuell, passt aber im Großen und Ganzen nach wie vor in die heutige Zeit: Das PDF kann man hier herunterladen. Ein weiteres Mythbuster PDF wurde von Swiss-emobility veröffentlicht.

Klimabilanz und CO2-Ausstoß verschiedener Fahrzeuge im Vergleich

Das Paul Scherrer Institut (Schweiz) hat in einer groß angelegten Recherche die Klimabilanz verschiedener Antriebe während des gesamten Lebenszyklus von Personenwagen ermittelt:

Paul Scherrer Institut Elektroauto CO2

Quelle: PSI

Die Daten aus dieser Studie hat auch der Schweizer Mobilitätsclub TCS verwendet und stellt ein Berechnungstools zur Verfügung. Mit diesem Tool lassen sich Fahrzeuge unterschiedlicher Hersteller vergleichen und die CO₂ Emissionen über die Lebensdauer des Fahrzeugs grafisch darstellen. Einfach mehrere Fahrzeuge zum Vergleichen auswählen und dann „Klimabilanz“ anklicken: Link zum CO₂ Emissionstool des TCS

Kassensturz Klimabilanz Elektroauto Vergleich Benziner Tesla umweltfreundlich

Orange: Verbrenner, Blau: Hybrid, Gelb: Elektroauto – Bildquelle: Kassensturz.ch

Hier noch die Sendung zu diesem Vergleich im Schweizer Konsumentenschutzmagazin Kassensturz:

Nach dem Beitrag folgt noch ein Interview mit „Auto-Schweiz“, der Vereinigung der offiziellen Automobil-Importeure in der Schweiz. Man merkt richtig, wie Autohersteller und Importeure noch immer versuchen, den Hybrid schönzureden, obwohl er gar nicht so umweltfreundlich ist, wie er scheint. Mit einem Blick hinter die Kulissen, weiß man auch warum: die konventionellen Autohersteller versuchen mit dem Verkauf von Hybriden ihre CO2-Flottenwerte zu reduzieren, damit sie weniger Strafe zahlen müssen. Vor allem Hersteller, die keine reinen Elektroautos anbieten, gehen diesen Weg und bewerben den Hybrid stark. Der Kunde hat allerdings vom Hybrid nicht wirklich einen Vorteil. Im Gegenteil, er hat gleich hohe Servicekosten wie beim Verbrenner und durch das höhere Gewicht in der Praxis auch noch einen höheren Verbrauch, da man von der Effizienz des Batteriebetriebs in der Realität bestenfalls in der Stadt profitiert.

Rohstoffverbrauch und Emissionen bei der Fahrzeugherstellung

Zum Thema CO₂ Emissionen speziell bei Herstellung und Betrieb eines Tesla ist das folgende Video auch sehr interessant:

Das Correctiv hat mittlerweile ebenfalls mit Fakten die oft auftauchende Behauptung widerlegt, dass ein Tesla-Akku bei der Herstellung 17 Tonnen CO₂ produziert.

Generell ist es ein Mythos, dass der Rohstoffverbrauch bei der Herstellung von Elektroautos höher ist als bei Verbrennerfahrzeugen. Das Gegenteil ist der Fall! Dieser Beitrag aus einer deutschen Autozeitschrift zeigt diesen Sachverhalt sehr einfach erklärt auf. Es ist spannend, dass mittlerweile auch solche Magazine plötzlich umdenken, haben sie doch früher jahrelang gegen Elektromobilität gewettert. Welche Motivation mag da wohl wieder dahinterstecken? 🙂 Ah ja, die deutschen Automobilhersteller, die in diesen Magazinen kräftig Anzeigen schalten, springen ja jetzt auch auf den Elektroautotrend auf…

Akku Recycling

Aber was ist mit dem Akku-Recycling? Immer wieder liest man davon, dass Akkus von Elektroautos nicht recycelt werden können. Das ist schlichtweg falsch. Eine Firma hat einen Prozess entwickelt, der die Rohstoffe aus einem Akku zu 96 % recyceln kann. Sogar in der Schweiz gibt es mittlerweile ein Projekt zum Akku Recycling.

Im Vergleich zum verbrannten Treibstoff und dem verlorenen Platin und Palladium aus dem Katalysator (davon geht immerhin rund die Hälfte in die Umwelt), hilft das Recycling zusätzlich die Umwelt massiv zu schonen. Wer sich dazu mehr informieren möchte, dem empfehle ich dieses Video von Horst Lüning:

 

Wie umweltfreundlich ist als ein Tesla?

Das Auto mit der besten Umweltbilanz ist schlussendlich das Fahrzeug, das nie gebaut wird, denn jedes Fahrzeug ist mehr oder weniger schlecht für die Umwelt. Aber unter dem Strich ist das Elektroauto dem Verbrenner in puncto Ökologie haushoch überlegen. Wer sich wirklich etwas tiefer mit dem Thema auseinandersetzt und nicht nur den Schlagzeilen der Tageszeitungen Glauben schenkt, wird immer wieder zu diesem Ergebnis kommen. Und ja! Man könnte jetzt argumentieren, dass der Strom für so viele Elektroautos gar nicht in ausreichender Menge verfügbar ist. Ist das wirklich so? Auch hier wird von vielen Quellen übertrieben. Natürlich ist es eine Herausforderung auf die sich Industrie, Politik und unsere ganze Gesellschaft einstellen müssen. Aber wollen wir wirklich stattdessen weiter Erdöl verbrennen? So sieht die Situation bezüglich Stromversorgung aus.

Zum Schluss noch zwei hervorragende Beiträge von Alain Veuve und Gerhard Hoeberth. Die Artikel sind zwar schon etwas älter, regen aber zum Nachdenken an.

Du bist Tesla Einsteiger? Eine kurze Übersicht der Tesla Fahrzeuge findest Du hier.

 

 

 

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