Neun Tesla Datenlogger Anbieter im Vergleich
Bildquelle: Tesla

Neun Tesla Datenlogger Anbieter im Vergleich

Mit einem Tesla Datenlogger lassen sich Fahrzeugdaten auswerten und analysieren. Informationen zum Verbrauch, den einzelnen Fahrten und Ladungen können grafisch ausgewertet und analysiert werden. Dadurch erhält mal einen exakten Einblick in die laufenden Kosten und das Fahrverhalten und kann durch Optimierungen sogar Geld sparen. Neben weiteren Funktionen wird auch der sogenannte Vampirverbrauch des Fahrzeugs gemessen und kann so sichtbar gemacht werden. Der Vampirverbrauch ist die Menge an Energie, die durch den Computer im Tesla auch bei Nichtbenutzung des Fahrzeugs verbraucht wird.

Es existieren verschiedene Tesla Datenlogger Produkte auf dem Markt. Sie sind sich grundsätzlich vom Prinzip her alle ähnlich, unterscheiden sich aber beim Funktionsumfang, der Aufmachung und dem Preis trotzdem stark. In diesem Beitrag schreibe ich über die Unterschiede und meinen Eindruck zu neun Produkten auf dem Markt. Da es ein relativ langer Artikel ist, kommt zuerst das Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis

Wie können Daten über mein Fahrzeug gesammelt werden?
Wo werden meine gesammelten Daten gespeichert?
Die bekanntesten Tesla Datenlogger im Vergleich

Stats
Tesla Explorer
TeslaFi
Teslalogger
Teslametric
TeslaScope
TezLab
Tronity
Volante

Vergleichstabelle der Unterschiede
Unterschied zwischen Tesla Passwort und selbst erstelltem Token
Wie erstelle ich mein Token?
Schlafmodus und fehlende Daten zu Beginn einer Fahrt
Fazit und meine Favoriten

Wie können Daten über mein Fahrzeug gesammelt werden?

Sämtliche Tesla Datenlogger Produkte nutzen für das Sammeln der Daten den Zugriff auf das Fahrzeug über die Datenschnittstelle Tesla API. Die Tesla API wird von Tesla zur Verfügung gestellt und ist über das Internet erreichbar. Nach der Anmeldung an der Schnittstelle mit dem eigenen Tesla.com Passwort oder einem speziellen Zugriffstoken (dazu später mehr), können die aktuellen Werte direkt vom Fahrzeug ausgelesen werden. Vorausgesetzt natürlich, dass der Tesla mit dem Internet verbunden ist. Das Auslesen funktioniert immer nur live. Historische Daten werden nicht im Fahrzeug zwischengespeichert.

Wo werden meine gesammelten Daten gespeichert?

Grundsätzlich muss man zwischen den gesammelten Daten und den eigenen Login-Daten die notwendig sind, um auf das Fahrzeug zugreifen zu können, unterscheiden. Die gesammelten Daten sind zum Beispiel die Verbrauchswerte, Bewegungsdaten, der aktuelle Standort, die Geschwindigkeit oder die aktuelle Laderate. Als Login-Daten dienen E-Mail-Adresse und Passwort des persönlichen Tesla.com Benutzerkontos oder ein entsprechendes Zugriffstoken.

Die meisten Tesla Datenlogger speichern die gesammelten Daten auf einem Server Internet, man nennt dies auch „in der Cloud“ speichern. Einige wenige Produkte speichern die Daten auf einer lokalen Software Installation beim Kunden. Für eine lokale Speicherung muss je nach Tesla Datenlogger entweder ein Docker Container, ein Windows/Linux/Mac Computer oder eine Raspberry Pi Mini-PC Installation vorhanden sein, die Tag und Nacht läuft. Die meisten Anbieter unterstützen gar keine lokale Installation und die Software zur Datenabfrage und Speicherung läuft komplett auf einem Server im Internet. Oft ist bei diesen Diensten nicht ganz klar, wo und in welchem Land die Daten effektiv liegen.

Und die Login Daten? Sprich: das Passwort / Token

Bei den Login-Daten wird laut Angaben aller Anbieter das Tesla Passwort NICHT gespeichert. Stattdessen wird bei der einmaligen Eingabe des Passwortes ein sogenanntes Zugriffstoken erstellt. Der Datenlogger speichert dann nur dieses Zugriffstoken ab. Je nach Tesla Datenlogger und Installationsart liegt das Token auf einem Server im Internet oder auf einer Installation lokal beim Kunden. Das Token erlaubt den Zugriff auf den Tesla, solange das Passwort des Tesla.com Benutzerkontos nicht geändert wird. Danach muss ein neues Token generiert werden. Die meisten Anbieter erlauben auch die Registrierung mit einem durch den Kunden im Voraus selbst generierten Token. Dadurch muss das eigene Tesla.com Passwort nie preisgegeben werden und man teilt der Tesla Datenlogger Software nur das Token mit. Zu den Vor- und Nachteilen dieser beiden Anmeldeverfahren später mehr.

Die bekanntesten Tesla Datenlogger im Vergleich

Ein Überblick der Produkte in alphabetischer Reihenfolge und mein persönlicher Eindruck:

Stats

Tesla Stats
Bildquelle: Apple App Store

Bei Stats handelt es sich um ein reines iOS App. Neben den üblichen Grafiken zum Verbrauch und den Fahrten sind auch spezielle Daten wie zum Beispiel die Ladeleistung des Ladens oder Informationen über den Vampirverbrauch und die Batterie Degradation abrufbar. Stats punktet insofern auch dadurch, weil es eines der wenigen Tools ist, das auch für die Apple Watch funktioniert. Ein englisches Video Review über Stats.

Mein Eindruck: Einige Aspekte sind bei Stats ein Alleinstellungsmerkmal. Zum Beispiel gibt es für die Apple Watch außer mit dem Anbieter Volante keine wirkliche Alternative. Auch die Darstellung ist solide gemacht. Der Preis von einmalig 30 USD wirkt auf den ersten Blick teuer für eine App. Da aber keine weiteren Abo-Kosten anfallen, relativiert sich dieser Betrag schnell. Leider gibt es von Stats keine Testversion. Funktionen wie Siri Sprachbefehle zur Fahrzeug-Bedienung oder das Programmieren von einer zeitgesteuerten Aktivierung der Klimaanlage sind interessant. Außerdem lässt sich auch vergleichen, welche Firmware Versionen anderen Tesla Fahrzeuge mit Stats installiert haben. Schade, dass es keinen Zugriff über einen PC Webbrowser und keine Android-Version gibt.

Tesla Explorer

Tesla Explorer Datenlogger
Bildquelle: Apple App Store

Bei Tesla Explorer handelt es sich um ein reines iOS App. Es gibt keine Android- oder PC-Version. Mit einmalig 6 USD und ohne Abo Kosten ist Tesla Explorer aber die mit Abstand kostengünstigste Logger Variante in diesem Vergleich. Auch Grafiken für Effizienz und Vampirverbrauch sind möglich. Laut Autor werden die Benutzerkonto-Daten nicht gespeichert, sondern daraus nur einmal das Token generiert und dieses für weitere Zugriffe verwendet. Ein Video Demo der App.

Mein Eindruck: Tesla Explorer bietet sehr viel für wenig Geld. Allerdings wirkt die Darstellung der Benutzeroberfläche auf mich etwas altmodisch. Eine Aktivierung des Dienstes mit einem vom Kunden selbst erstellten Token ist leider nicht möglich. Grundsätzlich macht die App, was sie soll und bietet auch Export Funktionen für die Daten an. Speziell zu erwähnen ist die Möglichkeit unter „Performance Config“ ein uncorking fähiges Fahrzeug zu erkennen.

Der grosse Vorteil dieser App ist klar die Preis/Leistung. Günstiger geht nicht.

TeslaFi

Teslafi
Bildquelle: teslafi.com

TeslaFi* ist quasi der Platzhirsch was die Bekanntheit angeht. Mit einer Flotte von über 12,000 Fahrzeugen (Stand August 2020) ist er einer der größeren Anbieter. TeslaFi ist nur in Englisch und nur als Webseite verfügbar. Eine App gibt es nicht.
Neben den üblichen Auswertungen zu Ladesitzungen und Fahrten sind auch Statistiken zu der Akku Degradation und eine Amazon Alexa Integration verfügbar. Die Ladekosten sind pro Standort individuell hinterlegbar.

Falls es Probleme mit dem Energiesparmodus gibt und der Tesla wegen dem Datenlogger nicht mehr einschlafen kann, bietet TeslaFi diverse Parameter zur Konfiguration an. Über die Flotte sind zudem Informationen zu den installierten Firmware-Versionen aller Fahrzeuge und Ladestatistiken verfügbar. Die Registrierung des Fahrzeuges erfolgt entweder über das Passwort oder ein Token.

Mein Eindruck: Der Zugriff auf TeslaFi erfolgt über eine Webseite. Leider ist diese nicht responsive und ist dadurch auf einem Mobiltelefon nicht komfortabel zu bedienen. Außerdem wirkt die Benutzeroberfläche auf mich etwas altmodisch. Der Firmware Version Tracker ist auch ohne Registrierung zugänglich. Durch die große Anzahl registrierte Fahrzeuge weltweit, zeigt er einen guten Durchschnitt der aktuell verbreiteten Softwarestände.

TeslaFi

Teslalogger

Teslalogger Tesla Logging Tool
Bildquelle: TFF-Forum

Der Teslalogger unterscheidet sich zu allen anderen Produkten in diesem Vergleich dadurch, dass er nur als lokale Installation beim Kunden funktioniert. Gleichzeitig ist genau das seine große Stärke. Der Teslalogger Autor Christian Pogea wollte eine Lösung, bei der man seine Tesla.com Zugangsdaten oder das Token keinem Cloud-Anbieter zur Verfügung stellen muss. Der Teslalogger wird auf einem Raspberry Pi Mini-PC installiert, der dann Zuhause am Internet Router angeschlossen über die Tesla API die Fahrzeugdaten abrufen kann. Dadurch gibt man weder das eigene Tesla Passwort noch ein Zugriffstoken aus der Hand. Der dafür notwendige Mini-PC kann ohne Software zum Beispiel bei Amazon.de oder Conrad.ch gekauft werden:

UCreate Raspberry Pi 3 Model B+ Desktop Starter Kit (16 GB, schwarz)
83,01 €
(Stand von: 27.11.2020 14:43 – Details
×
Produktpreise und -verfügbarkeit sind zum angegebenen Datum / Uhrzeit korrekt und können sich ändern. Alle Preis- und Verfügbarkeitsinformationen auf https://www.amazon.de/ zum Zeitpunkt des Kaufs gelten für den Kauf dieses Produkts.
)

Raspberry Pi Set
Bildquelle: Conrad.ch*

Über die Firma E-Mobility Driving Solutions kann eine microSD Karte mit vorinstallierter Teslalogger Software gekauft werden. Zu Hause muss dann der Raspberry Pi mit dieser Karte selbst in Betrieb genommen werden. Als Alternative für weniger IT-Technik versierte Teslafahrer werden bei E-Mobility Driving Solutions auch bereits mit der Software vorkonfigurierte Raspberry Pi Sets verkauft. Damit sind nur sehr geringe Vorkenntnisse notwendig und die Inbetriebnahme ist in wenigen Minuten erledigt. Für versierte IT-Freaks ist auch eine kostenlose manuelle Raspberry Pi Software Installation und eine Docker Version verfügbar.

Mein Eindruck: Der Teslalogger ist eine tolle Lösung und kann einen tiefen Einblick in die Fahrzeug-Statistiken bieten. Auch die Auswertung der Degradation des eigenen Akkus im Vergleich zur restlichen Teslalogger Flotte ist sehr interessant. Ein Beispiel dazu:

Teslalogger Akku Degradation
Bildquelle: TFF-Forum

Anonymisierte Flotteninformationen über die Ladeleistungskurven abhängig zur Softwareversion des Fahrzeuges sind praktisch um die Veränderungen der Ladekurven mit unterschiedlichen Firmware Versionen zu vergleichen.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte und weder sein Tesla Passwort noch ein Token einer Drittperson zur Verfügung stellen will, ist bei Teslalogger an der richtigen Adresse. Einzigartig ist auch die Kombination mit der iOS/Android App „Scan My Tesla„, die über die ODB-Schnittstelle des Tesla auch noch Informationen zu den Temperaturen und Spannungen der Akkuzellen auslesen und an den Teslalogger liefern kann. Dieses Feature unterstützt keines, der anderen Produkte in diesem Vergleich.

Natürlich muss man beim Teslalogger im Vergleich zu einer Cloud Lösung selbst Hand anlegen, denn schlussendlich betreibt man die Software selbst auf dem eigenen Raspberry Pi Computer. Die Software sollte auch ab und zu aktualisiert werden. Wer sich ein detaillierteres Bild dazu machen möchte, findet hier das Teslalogger Handbuch.

Dieses Video des Tesla Owners Club Helvetia zeigt einen guten Überblick zum Teslalogger und seiner Benutzeroberfläche.

Teslametric

Teslametric
Bildquelle: teslametric.com

Teslametric wird von einer Stuttgarter Firma angeboten und sämtliche Daten sind in einem gesicherten Rechenzentrum in Nürnberg gespeichert. Dieser Cloud Dienst wird ausschließlich über eine Oberfläche in einem Webbrowser bedient. Dank einem responsive Design lässt sich die Webseite aber auch auf Handys, Tablets oder im Tesla Webbrowser perfekt bedienen und wird immer ideal auf die Bildschirmgröße angepasst dargestellt.

Auch Teslametric bietet einige Funktionen, die es im Vergleich zu den anderen Produkten einzigartig macht. So lassen sich zum Beispiel über ein optionales BMF-konformes digitales Fahrtenbuch alle Fahrten sauber am Tesla Bildschirm erfassen um korrekt abrechnen zu können.

Da der Service komplett in Deutschland betrieben wird, unterliegt er auch den strengen DSGVO Anforderungen zum Datenschutz. Zugriffe durch ausländische Institutionen, wie zum Beispiel die amerikanische NSA, sind nicht möglich.

Mein Eindruck: Mir gefallen die schön gemachten Auswertungsgrafiken von Teslametric sehr. Einfach und übersichtlich wird ohne viel Schnickschnack alles sehr benutzerfreundlich dargestellt. Und das völlig egal mit welchem Gerät ich die Webseite aufrufe. Obwohl eine iOS und Android App geplant ist, kann ich mir nicht vorstellen, dass ich diese wirklich benötigen würde. Aus Sicherheitsgründen bietet Teslametric keine Fahrzeugsteuerung wie zum Beispiel das ferngesteuerte Öffnen von Türen oder Kofferraum an. Dadurch ist es nicht möglich, dass diese Funktionen durch einen Programmfehler ausgeführt werden könnten. Das finde ich gut! Denn dafür habe ich ja die Original Tesla App, warum sollte das meine Logger App auch können? Leider bietet Teslametric keine Statistiken mit Flotteninformationen an.

TeslaScope

DatenLogger Teslascope
Bildquelle: Teslascope.com

Teslascope ist ein amerikanischer Anbieter aus Kalifornien. Mit seiner rund 3500 Teslas grossen Fahrzeugflotte (Stand: 08/2020) ist der Service noch nicht so groß wie zum Beispiel TeslaFi. Im Vergleich zu TeslaFi bietet Teslascope aber acht verschiedene Sprachen für die Benutzeroberfläche an. Das responsive Design dieser Webseite ist gut und funktioniert auch auf dem Mobiltelefon einwandfrei.

Zu den üblichen Statistiken und Grafiken lassen sich auch die Ladekosten individuell pro Standort hinterlegen. In den Flotteninformationen werden auch die Software Versionen der Fahrzeuge angezeigt. Praktischerweise inklusive der jeweiligen Release-Notes, die auch öffentlich zugänglich sind.

Mein Eindruck: Zuerst war ich erfreut, dass ein amerikanischer Anbieter seinen Service sogar mit einer deutschen Oberfläche anbietet. Allerdings ist die Übersetzung leider nicht so gut und lückenhaft. Teslascope wird von Freiwilligen übersetzt. Man kann den Entwickler anfragen, wenn man ihn dabei unterstützen möchte

. Bei meinen Tests mit Teslascope funktionierte die Registrierung meines Tesla auch nur mit dem Tesla Passwort. Ein selbst generiertes Token wurde nicht akzeptiert. Vermutlich war das aber nur ein vorübergehender Fehlerzustand.

Positiv ist die Zwei-Faktor-Authentifizierung, die das Teslascope Konto zusätzlich vor fremdem Zugriff schützt. Mit Ranglisten versucht der Anbieter eine Art Community aufzubauen. Da die Benutzeranzahl allerdings noch nicht so hoch ist, sehe ich darin keinen allzu großen Nutzen. Demnächst sollen aber auch noch mehr Flotten Statistiken verfügbar sein.

TezLab

TezLab Tesla
Bildquelle: Apple App Store

TezLab ist ebenfalls ein amerikanischer Anbieter. Neben einer iOS und Android App ist TezLab auch von einem Internet Browser aus verwendbar. Mit etwa 30’000 Fahrzeugen (Stand: August 2020) hat TezLab eine relativ grosse Nutzerbasis.

Neben den üblichen Statistiken sind auch Flottendaten vorhanden. Allerdings nur das Leaderboard mit Rängen für „effizienteste Fahrweise“, usw. und leider keine Daten über die aktuellen Firmware Stände der Flotte. Die App ist nur in Englisch verfügbar.

Mein Eindruck: TezLab wirkt auf mich sehr ähnlich wie TeslaScope. Das Dashboard über den Internet-Browser ist aber relativ rudimentär und bietet wenig Informationen. Man kommt um die App nicht herum, denn die interessanten Funktionen sind nur über die App nutzbar. Das Einrichten des Fahrzeug-Zugriffs ist ebenfalls nur über die App möglich. Die Verbindung zum Fahrzeug mit einem selbst generierten Token wird unterstützt, hat bei mir aber nicht funktioniert.

Die App hat in meinem Test beim Einrichten den Zugriff auf die Fotos auf dem iPhone verlangt (warum das notwendig sein soll ist mir schleierhaft). Ohne diese Berechtigung lässt es sich nicht einrichten. Außerdem konnte ich keine Funktion zum Ändern des TezLab Passwortes finden. Die App hat definitiv viele Fans, aber mich hat es irgendwie nicht überzeugt.

Tronity

Tesla Logger Tronity
Bildquelle: tronity.io

Tronity* stammt von einem deutschen Anbieter und läuft auf Servern in Deutschland. Die Bedienung erfolgt komplett über einen Internet-Browser und funktioniert dank responsive Webdesign auch auf Mobilgeräten perfekt. Die Oberfläche ist in Deutsch oder Englisch verfügbar und wer seine Tesla Passwort oder Token lieber zu keinem Zeitpunkt mitteilen möchte, kann bei sich Zuhause auf einem beliebigen Windows-, Linux- oder Mac-PC oder auch einem Raspberry Pi mit etwas technischen Kenntnissen die Software zur Aufzeichnung der Daten installieren.

Neben den üblichen Funktionen für Fahrten und Ladesitzungen bietet Tronity auch eine Fahrtenbuch-Integration, eine Vampirverbrauch-Statistik und Benachrichtigungen über Whatsapp, Telegram oder den Facebook Messenger. Auch der Import von TeslaFi Daten und der komplette Datenexport sind Teil des Produktes. Ein sehr gutes Video mit einer Übersicht zu Tronity findest Du auf dem Kanal von DieserDad.

Mein Eindruck: Tronity hat mir sehr gut gefallen. Das Design ist sehr übersichtlich und intuitiv aufgebaut. Man merkt, dass die Macher sehr viel Erfahrung in diesem Bereich haben. Praktisch finde ich auch die Möglichkeit ein Datenblatt meines Fahrzeuges zu erstellen, das die relevanten Werte bei einem Fahrzeugverkauf auflistet und so für den Interessenten ideal zusammenfasst.

Die Software zum Aufzeichnen der Fahrzeugdaten kann auch auf einem lokalen Computer betrieben werden. Dadurch gibt man sein Tesla Passwort oder Token zu keinem Zeitpunkt aus der Hand. Die gesammelten Daten sind dann aber trotzdem in der Cloud auf den Servern in Deutschland gespeichert. Diese Daten, inklusive aller Bewegungsdaten des Fahrzeuges, sind bei Tronity aber verschlüsselt auf dem Server abgelegt. Nicht einmal die Tronity Macher selbst haben Zugriff darauf. Nur der jeweilige Kunde kann die Daten mit seinem Tronity Zugangspasswort einsehen. Über eine Zwei-Faktor-Authentifizierung kann das Tronity Zugangspasswort sogar noch zusätzlich abgesichert werden. Eine tolle Sache, die beim Tesla Benutzerkonto mittlerweile auch endlich möglich ist.

Informationen zu Flottendaten bietet Tronity nicht an. Dafür aber die Möglichkeit auch die Daten von Fahrzeugen anderer Hersteller abzufragen. Es ist somit das einzige Produkt in diesem Vergleich, mit dem sich nicht nur Tesla’s analysieren lassen.

Teste jetzt Tronity kostenlos über diesen Link*, dadurch verlängert sich Dein kostenloser Probezeitraum von 2 auf 4 Wochen. 

Volante

Volante iOS App
Bildquelle: Apple App Store

Volante ist ein englisches iOS App, das neben iPhone, iPad und Apple Watch auch für den Mac erhältlich ist. Eine Browser- oder Android-Version gibt es allerdings nicht. Die Anmeldung erfolgt mit der Apple ID.

Die Verbindung zum Fahrzeug kann entweder mit dem Passwort des Tesla Benutzerkontos oder einem selbst generierten Token erstellt werden. Der erste Monat ist kostenlos. Laut Webseite bietet Volante auch Zugriff auf die Klimaanlagen-Aktivierung, wenn das offizielle Tesla App das Fahrzeug nicht mehr erreichen kann. Wie das genau gehen soll, kann ich mir aber nicht vorstellen.

Mein Eindruck: Auch wenn man die App mit dem Probemonat nur ausprobieren möchte, muss man trotzdem ein Abo aktivieren. Das ist nicht gerade kundenfreundlich, aber immerhin lässt sich das Abo in den AppleID Einstellungen sehr einfach wieder kündigen.

Ich habe es weder mit meinem Tesla Passwort noch dem selbst generierten Token geschafft mein Fahrzeug mit der App zu verbinden. Was das Problem war, konnte ich nicht feststellen. Daher wurden keine weiteren Tests durchgeführt.

Vergleichstabelle der Unterschiede

Unterschied zwischen Tesla Passwort und selbst erstelltem Token

Alle Anbieter in diesem Vergleich werben damit, dass sie nur das Token speichern und nicht das Tesla Passwort. Und, dass dies viel sicherer sei als die Speicherung des Tesla Passwortes. Aber was ist genau der Unterschied?

Wer das Passwort für das Tesla Benutzerkonto besitzt, hat volle Kontrolle über das Fahrzeug. Man kann damit über das Tesla App das Fahrzeug aufsperren und sogar schlüssellos Fahren. Außerdem kann mit dem Passwort ein Token generiert werden. Das Token kann anstelle des Passwortes verwendet werden, um die Daten vom Fahrzeug auszulesen. Mit dem Token kann man sich aber nicht im Tesla Benutzerkonto oder der Tesla App anmelden und auch das Tesla Passwort nicht ändern.

Trotzdem ist es möglich nur mit einem Token den Standort des Fahrzeuges festzustellen und auch die Türen und den Kofferraum zu entsperren. Schlüsselloses Fahren ist allerdings mit dem Token nicht möglich. Ein Token bei einem Tesla Datenlogger Anbieter auf dem Server oder in der App zu speichern ist also durchaus ein Sicherheitsrisiko.

Gelangt zum Beispiel ein Hacker auf den Server des Anbieters und stiehlt das Token, kann er damit das Fahrzeug orten, öffnen und Dinge aus dem Innenraum stehlen. Man vertraut also dem Anbieter, dass er das Token an einem sicheren Ort speichert und vor dem Zugriff Dritter schützt. Die (in meinen Augen) professionelleren Anbieter beschreiben auch auf ihren Websites wie sie den Umgang mit dem Token handhaben.

Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, muss eines der wenigen Produkte mit einer lokalen Software Installation bei sich zu Hause wählen. Diese Variante bieten nur Teslalogger und Tronity (mit lokaler Installation). Nur so gibt man weder Passwort noch Token an Dritte weiter, aber man hat selber mehr Aufwand mit einer eigenen Installation.

Wie erstelle ich mein Token?

Mit dem Tesla Passwort kann man sein Token auch ganz einfach selbst erstellen.

Token auf einem Windows PC erstellen

  • Gleichzeitig die Tasten [Windows] und [R] drücken. Das Fenster «Ausführen» öffnet sich.
  • In der Zeile „Öffnen“ den Befehl „powershell“ eintippen und mit OK bestätigen:
  • Ein blaues Fenster öffnet sich. In diesem tippen wir:

    und bestätigen mit ENTER.
  • Die folgende Nachricht wird mit „Ja“ bestätigt. Danach öffnet sich ein zweites blaues Fenster (das erst blaue Fenster kann geschlossen werden).
  • In das zweite blaue Fenster führt man folgenden Befehl aus:
    Mit „ja“ die darauf folgende Frage bestätigen.
  • Danach den folgenden Text in die Zwischenablage kopieren und in einem Texteditor öffnen:
Invoke-RestMethod -Uri „https://owner-api.teslamotors.com/oauth/token“ -Method Post -Body @{
‚grant_type‘ = ‚password‘
‚client_id‘ = ‚81527cff06843c8634fdc09e8ac0abefb46ac849f38fe1e431c2ef2106796384‘
‚client_secret‘ = ‚c7257eb71a564034f9419ee651c7d0e5f7aa6bfbd18bafb5c5c033b093bb2fa3‘
‚email‘ = ‚Email
‚password‘ = ‚Kennwort
}
  • Die beiden Worte  Email und Kennwort mit der eigenen E-Mailadresse und dem Kennwort für das Kundenkonto bei Tesla.com ersetzen, bevor man diese Zeile ausführt.
  • Danach den ganzen Text aus dem Texteditor kopieren und in das zweite blaue Fenster einfügen.
  • Die Befehle werden ausgeführt und man erhält das „access_token“ und das „refresh_token“. Diese beiden Zeichenketten werde anstelle von Benutzer und Passwort beim jeweiligen Dienst verwendet.

Token auf einem Mac erstellen

  • Unten auf dem Bildschirm im „Dock“ auf „Programme“ klicken. Danach „Dienstprogramme“ auswählen und dann dort das „Terminal“ starten.
  • In das Terminal kopiert man folgenden Text:

curl -H ‚Content-Type: application/json‘ https://owner-api.teslamotors.com/oauth/token \
-d @- << EOF
{
„grant_type“: „password“,
„client_id“:
„81527cff06843c8634fdc09e8ac0abefb46ac849f38fe1e431c2ef2106796384“,
„client_secret“:
„c7257eb71a564034f9419ee651c7d0e5f7aa6bfbd18bafb5c5c033b093bb2fa3“,
„email“: „Email„,
„password“: „Kennwort
}
EOF
 
  • Die beiden Worte  Email und Kennwort mit der eigenen E-Mailadresse und dem Kennwort für das Kundenkonto bei Tesla.com ersetzen, bevor man diese Zeile ausführt.
  • Die Befehle werden ausgeführt und man erhält das „access_token“ und das „refresh_token“. Diese beiden Zeichenketten werde anstelle von Benutzer und Passwort beim jeweiligen Dienst verwendet.

Ein Token muss alle 60 Tage erneuert werden. Als Alternative kann aber auch die Zeichenkette des refresh_token an den Dienst übermittelt werden. Damit kann der Anbieter des Dienstes das Token jeweils selbstständig regelmäßig erneuern.

Wird das Passwort des Tesla Benutzerkontos geändert, sind access_token und refresh_token anschließend ungültig und müssen erneuert werden.

Schlafmodus und fehlende Daten zu Beginn einer Fahrt

Beim Wechsel auf den Modus „Park“ wechselt der Tesla nach einiger Zeit in den Schlafmodus. Ohne diesen Energiesparzustand wäre der Standby Verbrauch so hoch, dass täglich etwa 20 km an Kapazität verloren gehen. Damit das Fahrzeug einschlafen kann, darf ein Tesla Datenlogger aber nicht ständig auf das Fahrzeug zugreifen.

Wenn ein Tesla im Parkstellung wechselt, werden noch eine gewisse Zeit lang Daten abgerufen. Danach wartet der Logger mindestens 15 Minuten, um dem Fahrzeug die Möglichkeit zu geben in den Schlafmodus zu wechseln. Wenn während diesen 15 Minuten eine Fahrt beginnt, bekommen das die Logger nicht mit und dieser Teil der Fahrt fehlt in den Aufzeichnungen. Die Anbieter setzen hier auf unterschiedliche Methoden, um dieses Problem zu umgehen.

Teslalogger setzt zum Beispiel auf eine Variante mit dem Android App Tasker. Verbindet sich das Mobiltelefon beim Einsteigen mit der Freisprechanlage des Tesla, wird ein Aufweck-Befehl an den Teslalogger gesendet.

Es kann auch durchaus sein, dass der eine oder andere Logger Probleme macht und den Tesla nicht mehr einschlafen lässt. Die meisten Anbieter stellen dazu in den Einstellungen aber Parameter zur Verfügung, die man selbst konfigurieren kann.

Fazit und meine Favoriten

Meine Favoriten sind der Teslalogger und Tronity*. Beide überzeugen mich bezüglich Sicherheit, Bedienung und Funktionsumfang. Als IT Mensch gefällt mir natürlich, dass ich bei Teslalogger selbst Hand anlegen darf und ich gewissermaßen die Kontrolle über alles habe. Und schlussendlich ist es die einzige Lösung, bei der man auch die gesammelten Daten bei sich Zuhause speichert.

Bei Tronity ist es einfach das stimmige Gesamtpaket, und der sehr positive Eindruck, den ich bezüglich Sicherheit und Datenschutz habe. Wer sich gar nicht mit IT-Technik herumschlagen will, für den ist Tronity meiner Meinung nach die beste Wahl.

Aber auch Teslametric hat mir sehr gut gefallen und man sollte unbedingt auch einen Blick auf diese Lösung werfen. Die Umsetzung der Dashboards und des Fahrtenbuchs direkt auf dem Tesla Bildschirm ist einfach perfekt. 

Schlussendlich muss man für sich selbst entscheiden wie viel Hand man bei einer solchen Lösung selbst anlegen möchte, wie viel Geld man pro Jahr für einen solchen Tesla Datenlogger Service ausgeben will, und wie stark man einem Anbieter bezüglich Sicherheit und Passwort/Token vertraut.

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