Tesla Akku Kapazität
KI-generiertes Bild

Welche effektiv nutzbare Akku Kapazität hat ein Tesla?

Tesla verkauft seine Fahrzeuge je nach Modell und Variante mit unterschiedlicher Akku Kapazität und somit unterschiedlicher Reichweite. Die für den Kunden nutzbare Kapazität unterscheidet sich aber jeweils von der effektiv im Fahrzeug verbauten Kapazität.

Warum ist das so und wie viele kWh Kapazität hat die Batterie eines Tesla wirklich?

Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht der unterschiedlichen Akkukapazitäten, die in den verschiedenen Tesla Modellen verbaut sind.

Warum ist nicht die ganze Kapazität nutzbar?

Die effektive Kapazität entspricht der Menge, die verbaut ist. Davon wird eine Reserve von der Batteriemanagement-Software „gesperrt“. Übrig bleibt die nutzbare Kapazität der Batterie (auch „nominal full pack“ genannt).

Die gesperrte Reserve dient dazu, den Akku vor einer vollständigen Tiefentladung zu schützen, da dies zu dauerhaften Schäden an den Batteriezellen führen würde. Der Kunde kann diese Reserve nicht nutzen. Sie wird auch „Brick Protection“ genannt.

Das führt dazu, dass die Prozent- oder Restreichweite, die auf dem Bildschirm angezeigt wird, nicht dem realen Ladestand des Akkus entspricht. Dennoch muss man davon ausgehen, dass bei null Prozent, bzw. null Kilometern Restreichweite, das Auto nicht mehr fährt (obwohl der Akku nicht ganz leer ist und mit der Brick Protection noch eine geringe Menge Energie im Akku gespeichert ist).

Nutzbare Akku Kapazität im Tesla Model 3 und Model Y

Beim Model 3 wurden in den gleichen Fahrzeugtypen über die Jahre Akkus mit verschiedenen Kapazitäten von verschiedenen Herstellern eingesetzt.

Die Produktion des Model Y begann erst viel später, aber auch hier gibt es bereits Akku Unterschiede in den gleichen Modellvarianten.

Eine perfekte Übersicht dieser Unterschiede beim Model 3 und Y bietet das Akkuwiki im TFF-Forum.

Die oberste Zeile ist nur für den amerikanischen Markt. Die mittlere (M3) und untere (MY) für Europa. Die Zahlen in den Kästchen sind die jeweiligen kWh an verbauter Kapazität:

Tesla Batterie Akku Wiki
Akkuwiki – Quelle: TFF-Forum.de

Nutzbare Akku Kapazität im Tesla Model S und Model X

Beim Model S und X gab es früher verschiedene Modellvarianten mit unterschiedlichen Akkukapazitäten. Eine Zeit lang war die Kapazität des Akkus auch gleichzeitig der Name des Modells (z.B. Model S 75D = 75 kWh Kapazität).

Aber auch hier stimmt die verbaute Menge an Akkukapazität nicht mit der Bezeichnung exakt überein und es gibt auch hier eine Brick Protection.

Fahrzeug Variante

effektive Kapazität des Akkus

nutzbare Kapazität

60

~61 kWh

~58.5 kWh

Software limitierter 60/60D

~75 kWh

62.4 kWh

70

~71.2 kWh

~68.8 kWh

Software limitierter 70/70D

~75 kWh

65.9 kWh

85/P85/85D/P85D

~81.5 kWh

~77.5 kWh

75/75D (inkl. Standard Reichweite Variante)

~75 kWh

~72.6 kWh

90D/P90D

~85.8 kWh

~81.8 kWh

100D/P100D

(08/2016 bis 03/2019)

~102.4 kWh

~95.7 kWh

Maximale Reichweite

/Performance
(04/2019 bis 06/2020)

~102.4 kWh

~95.7 kWh

Maximale Reichweite Plus
(06/2020 bis 09/2020)

~100-105 kWh

~100 kWh

Refresh und Plaid ab 2021

~102.4 kWh

~95.7 kWh

Die Produktionszeiträume der verschiedenen Model S Fahrzeugvarianten findest Du als Tabelle in meinem Beitrag zu den Akkuunterschieden.

Quelle: Diese Werte der Akkukapazitäten stammen vom Benutzer redvienna aus dem TFF-Forum und aus einer Tabelle, die von Tesla Fahrern zusammengestellt wurde. Bei den Software-limitierten 60 und 70 kWh Akkus handelt es sich eigentlich um ein 75 kWh-Akkupaket, welches mittels Software auf die 60 oder 70 kWh begrenzt ist.

Die Zahlenwerte stammen ursprünglich von einem Hacker. Er hat sie aus dem Batteriemanagementsystem von Tesla ausgelesen (Artikel bei Electrek). Die Werte für den 100 kWh Akku sind darin nicht enthalten, da der Artikel publiziert wurde, bevor es den 100 kWh Akku gab. Die Werte des 100er-Akkus in meiner Tabelle beziehen sich auf diesen neueren Artikel von Electrek.

Unterschiede bei den Akku-Typen und -Herstellern

Ursprünglich verwendete Tesla ausschließlich Akkus aus der eigenen Produktion, die sie zusammen mit der Firma Panasonic in der Gigafactory Nevada aufgebaut haben.

Durch die enorm hohe Nachfrage nach Tesla Fahrzeugen wurde aber ab dem vierten Quartal 2020 auch auf Akkuzellen von asiatischen Zulieferfirmen wie LG, CATL und BYD zurückgegriffen.

Dadurch änderten sich auch der Formfaktor der Zellen, die Zusammensetzung und die Eigenschaften der Akkus. Eine Übersicht zeigt der Beitrag zu den Unterschieden der verschiedenen Tesla Akkus.

 

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Vergleich der Tesla Akkukapazität mit anderen Automarken

Die Webseite der ev-database bietet einen guten Vergleich der Batteriekapazitäten von Elektroautos verschiedener Hersteller.

Verlust an Akkukapazität durch Alterung und Ladezyklen

Durch Alterung und die Lade- und Entladezyklen reduziert sich mit der Zeit die maximale Kapazität des Akkus. Man spricht dabei auch von Degradation. Die ist zwar nicht so schlimm, wie bei einem Handyakku, aber trotzdem spürbar.

Speziell beim Gebrauchtwagenkauf ist es daher sehr interessant zu wissen, wie viel nutzbare Kapazität ein gebrauchter Akku noch hat.

Smartphone-Apps, wie ScanMyTesla können solche Werte mittels eines OBD2-Dongles vom Fahrzeug auslesen und anzeigen.

Auch der Batterietest von Aviloo liefert Informationen darüber, wie stark die Degradation eines Akkus ist. Speziell bei Aviloo wird nicht einfach irgendein Messwert aus der Fahrzeugsoftware ausgelesen. Stattdessen misst Aviloo welche Energiemenge in der Praxis effektiv noch aus dem vollgeladenen Akku entnommen werden kann.

Temperatur-Einfluss auf nutzbare Kapazität

Ein Elektroauto hat im Winter bei niedrigen Temperaturen oft deutlich weniger Reichweite. Der Grund dafür ist die Batterie, die nicht mehr die volle Energie abgeben kann. Sobald der Akku wärmer wird, steht die Energie allerdings wieder zur Verfügung.

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